Am 11. – 14.03.10 findet in Wien der Bologna-Gipfel anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums der Erklärung von Bologna statt mit einer groß angelegten Gegenveranstaltung seitens der Bildungsprotestbewegung! Der Asta stellt 3000 Euro zur Verfügung, um die Fahrt dorthin zu finanzieren. Alle die mitfahren wollen, sollten sich möglichst bald melden (ACHTUNG: Bis heute, 9. März, Abend!), entweder direkt beim AK Protest, besser aber beim AStA! Übernachtet werden kann in besetzten Hörsälen. Wer will mitfahren?
Es folgt der offizielle Aufruf zum Protest:
Wiener Aufruf zur Beteiligung am Protest gegen den Bologna-Gipfel
Liebe FreundInnen und AktivistInnen der Bildungsprotestbewegung!
Auditorium Maximum – “die größtmögliche Hörer_innenschaft”. Das ist es, was wir für die Bologna-kritischen Veranstaltungen von 11. bis 14. März in Wien und anderswo erreichen wollen. Diese Veranstaltungen bilden den Gegenpol zu den anlässlich des 10-Jahres-Jubiläums der Erklärung von Bologna in Wien und Budapest stattfindenden Feierlichkeiten. Minister_innen aus 46 am Bologna-Prozess beteiligten Staaten werden in Wien sein – und die dadurch entstehende mediale Aufmerksamkeit wollen wir für unser Anliegen nützen. Heterogen, Rassismus- und (hetero-)sexismusfrei, kritisch, selbstverwaltet. Und im Bewusstsein, dass freier und gleicher Zugang zur Bildung ebenso wie eine Gleichverteilung ökonomischer Möglichkeiten und eine egalitäre Praxis sowohl im lokalen Bereich als auch international ein wesentlicher und notwendiger Bestandteil von Demokratie sowie einer freien und egalitären Gesellschaft sind.
Wir planen ein internationales Großereignis mit möglichst breitem und starkem Widerhall in den Massenmedien, um dort unsere Inhalte und Forderungen wirksam unterbringen zu können. Ein Großereignis von vier Tagen mit Bühnen am Heldenplatz, im Burgtheater, vor dem Parlament und in oder vor der Universität Wien. International vernetzt und zu groß, um ignoriert werden zu können. Mit Bands und Performances, politischen Statements von und zwischen den Acts auf der Bühne, politisch-künstlerischen Aktionen. Mit einer medialen Reichweite, die bis zur internationalen Präsenz in solidarischen und auch anderen Sendern (Radio/TV) reichen kann. Wir führen diesbezüglich gerade Vorgespräche und bekommen positives Echo, sowohl was unser Anliegen als auch was die Umsetzbarkeit betrifft
Unsere Utopie beginnt jetzt, und zwar durch gemeinsame Aktivität und dichtes Networking! Bringt Euch ein, vernetzt Euch mit uns. Wenn ihr nicht in Wien seid: plant in Euren Städten / an euren Universitäten eigene Veranstaltungen und lasst uns davon wissen, damit wir sie mitankündigen und in die Aufmerksamkeit rücken können. Verbreitet dieses Schreiben, bringt Ideen und Aktivitäten ein (es gibt genug Raum dafür), kommt zu unseren Plena (werden auf http://www.auditoriummaximum.org/ bekanntgegeben) oder folgt uns online. Die Bildungsprotestbewegung ist präsent und die Welt soll das wissen. Wozu warten: Join us today!
Die AG Auditorium Maximum, Jänner 2010 in Wien
desk@auditoriummaximum.org
http://www.auditoriummaximum.org/
http://www.facebook.com/AuditoriumMaximum
http://twitter.com/wepaintitblack
Links zur AG Bologna, die den Bologna-Gegengipfel organisiert:
http://bolognaburns.org/
http://unsereuni.at/wiki/index.php/Ag_bologna
Wenn ihr mitfahren wollt, braucht es nicht mehr als eine kurze, informelle Rückmeldung. Verfahrt dazu am besten wie oben beschrieben.
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Das CHE, das “Centrum für Hochschulentwicklung”, wie es sich selbst nennt, ist bekanntermaßen eine mehr oder weniger erfolgreiche Einrichtung der neoliberalen Lobbyorganisation Bertelsmannstiftung, die auf vielerlei Art und Weise versucht, auf die Ausrichtung und das Selbstverständnis von Hochschulen und Bildungspolitik einzuwirken. Das bekannteste Instrument ist dabei das sogenannte CHE-Hochschul-Ranking, eine pseudowissenschaftliche Studie, die in regelmäßigen Abständen von der ZEIT publiziert wird, und mit großem Erfolg einen Wettbewerb zwischen den Universitäten erzeugt.
Die Adressaten waren bisher jedoch überwiegend ProfessorInnen, HochschulrektorenInnen, KultusministerInnen und andere politische EntscheidungsträgerInnen. Einzig das Ranking richtete sich an Studierende. Nun jedoch unternimmt CHE, genauer: CHE Consult einen Schritt, der geradezu fassungslos macht: In einer Email wendet sich die Lobbyorganisation dort gezielt an Aktive der Bildungsproteste, mit dem Ziel, antisoziales Gedankengut auch dort zu streuen, wo es bereits auf vehemente Ablehnung stößt. Erreicht werden soll das durch die Aufforderung, “konkrete Veränderungen an Ihren Hochschulen zu bewirken” – aber natürlich nicht nur irgendwelche Veränderungen. In einem angehängten Dokument, übertitelt mit “Bologna als Chance nutzen”, lädt die Bertelsmannstifttung in schmeichlerischen Tonfall dazu ein, sich nun mehr für ihre ganz spezielle Vorstellung eines Studiums einzusetzen. Dabei macht das Papier aber auch gleich deutlich, wo der Feind sitzt: Das seien nämlich “all jene, die Veränderung als Bedrohung erleben und die universitären Elfenbeintürme als letzte Trutzburg in einer sich verändernden Informations- und Wissens-gesellschaft vor allen Neuerungen glauben bewahren zu müssen.” Das Veränderung kein Selbstzweck ist, verschweigt das CHE an dieser Stelle lieber. Dafür aber erhält der mutige Leser im Text immer wieder geschickt eingebettete Hinweise darauf, was ein Studium so zu leisten hat: Unter der Erwähnung des “Bildungskapitals Reflexionsvermögen”, das wohl kritische Köpfe bezüglich der Geisteshaltung des CHE milde stimmen soll, wird der “Arbeitsmarkt und die Chance, seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen zu können” als wegweisend für die Definition eines Bildungsbegriffs aufgeführt. Als “kritische Fragen” werden dann “Mit welchen Schranken müssen sie rechnen? Gibt es feste Übergangsquoten oder einen internen Numerus Clausus?” vorgeschlagen. Und ähnlich setzt sich die Schrift fort; müßig also, auf den Rest einzugehen.
Doch was ist davon zu halten, was spukt den InitatorInnen dieses Verneinnahmungsversuchs durch den Kopf, wenn sie den Protestierenden Propagandamaterial anbieten? Ist es die grenzenlose Überschätzung der eigenen Intelligenz und rhetorischen Fähigkeiten? Oder ist das Realsatire, hat das CHE neuerdings Humor? Diese Frage wird wohl nie geklärt werden. Diejenigen, die dennoch brennend daran interessiert sind zu erfahren, was die zuvorkommenden MitarbeiterInnen des CHE bei ihrem neuesten Narrenstück bewegte, werden in der Email freundlicherweise auf zwei Adressen verwiesen, an die mensch sich bei Bedarf wenden kann: Frau Dr. Daniela De Ridder und Frau Lena Dreblow brennen darauf, eure Fragen nach dem Sinn und Unsinn solcher Propaganda zu beantworten! Eines immerhin ist aber jetzt schon deutlich geworden: Offensichtlich ist die Wirkung der Proteste groß, wenn sich nun sogar schon das CHE zu einer Reaktion hinreißen lässt.
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TOPs:
Flyer:
Es hat sich gezeigt, dass die Produktion von Flyern besser koordiniert werden muss. Hier ist Absprache dringend notwendig.
Wien:
Bis jetzt haben sich ca. 5 Personen gemeldet, die nach Wien möchten. Da jedoch mehr MitfahrerInnen für eine wirtschaftliche Fahrt gebraucht werden, suchen wir noch weitere, die gerne auf die Demo und das Treffen danach wollen. Daher wurde eine Mail an die lokalen und an den Rheinland-Pfalz-weiten Verteiler gesendet, um noch mehr Interessierte zu informieren. Die Hin-und Rückreise wird dann je nach dem Anzahl der Mitreisenden mit der Bahn oder einem Bus stattfinden. Übernachtungsmöglichkeiten bestehen vor Ort. Der Treffpunkt für die Abfahrt wird nach Anmeldung per Email bekanntgegeben, da er im Moment noch nicht feststeht.
Aktionen:
Es ist geplant, in Wien eventuell ein Kunstwerk aus Holz zu errichten, dessen Gefichtel wild durcheinander sticht.
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TOPs:
- Workshops
- Solidarität für Japan
- Schlüssel
Workshops:
Zitat: „Das Recht steht nackend vor der Tür, wirf ihm doch ein Hemd herführ.“ Es wäre möglich, in Mainz oder naher Umgebung bei entsprechenden Interesse einen Workshop zum Thema “Prozess” zu organisieren. Dort könnten unter anderem folgende Fragen geklärt werden: Was tue ich/tun wir, wenn ich/wir strafrechtlich angeklagt werden? Welche zivilrechtlichen Ansprüche können folgen? Es wurde ein Fallbeispiel beschrieben: Eine Person wurde während einer Demonstration abgesondert, festgehalten, später wieder freigelassen. Infolgedessen kam es zu einer Hausdurchsuchung. Auch könnte ein solcher Workshop die Unterscheidung zwischen moralischen Bewertungen und juristischer Relevanz an einzelnen Personen und geschlossener Demonstration gleicher/ähnlicher Interessen deutlich gemacht werden, am Beispielprozess „Waldbesetzung“ im Zusammenhang mit der permanenten Mahnwache in Kelsterbach.
Solidarität für Japan:
Wie schon bekannt, wurden kürzlich in Japan sechs Studierende verhaftet, weil sie auf ihrem Campus Flugblätter verteilt hatten. Wir würden gerne mehr über den Verbleib und den Haftstatus jener japanischen KommilitonInnen erfahren. Daher wurden sie bereits angemailt, Ihnen unsere Solidarität bekundet und gefragt, was aus den Festgenommenen werden wird.
Schlüssel:
Dieses Treffen musste mangels eines Schlüssels vor dem AStA stattfinden. Daher sollte der AStA bald erneut nach einem Schlüssel für die Räume gefragt werden, da das die allmontäglichen Treffen entschieden vereinfachen würde.
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Das Verteilen von Flugblättern ist neuerdings strafbar – glücklicherweise aber nicht hier. An der Hosei-Universität in Japan jedoch wurden insgesamt sechs Studierende wegen der Verteilung systemkritischer Flugblätter festgenommen, wie ein Bündnis autonomer japanischer Studierender berichtet.
Auf diesen Flyern riefen die JapanerInnen laut eigener Aussage dazu auf, das neoliberale Selbstverständnis ihrer Universität und der Gesellschaft hin zu einer sozialen Gemeinschaft zu verändern, wurden jedoch überraschend und ohne Ankündigung verhaftet. Ihr Vergehen: Sie hätten “gewaltsam die Geschäftsabläufe der Universität behindert”. Gerade angesichts dieser Anschuldigung scheinen also die Vorwürfe, die sie in den Flyern an die Universität richten, durchaus gerechtfertigt. So sehen es auch die Verhafteten, die auf ihr legitimes Recht auf demokratische Partizipation an ihrer Universität bestehen, und ihre Rolle als Teil einer sozialen Bewegung einstufen.
Daher ist ihre Antwort auf den rechtlich zweifelhaften Eingriff in ihre persönliche Freiheit und die Freiheit der Meinungsäußerung klar: Die Maßnahmen, mit denen auf ihre Aktion geantwortet wurde, sind überzogen und dienen offensichtlich der Unterdrückung sozialer Proteste. “Wir werden diese widerrechtliche Festnahmen nicht akzeptieren und für die Freiheit unserer FreundInnen kämpfen!”, kommentiert Shiori Matsumuro, einer der Aktiven. Es bleibt also nun zu hoffen, dass dieser Kampf erfolgreich sein wird und die Gefangenen nicht wie bei den letzten Festnahmen an der Hosei-Universität etliche Monate in Untersuchungshaft gehalten werden. Dazu ruft das japanische Bündnis zu Solidaritätsaktionen auf: Vorgeschlagen wurde weltweite Demonstrationen vor japanischen Botschaften am 5. März oder die Entsendung von Protestnoten an die Hosei-Universität und an die japanische Botschaft in Deutschland.
Weitere Informationen finden alle, die des japanischen mächtig sind, auf der Homepage des Bündnisses.
ic@hosei.ac.jp
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The mottoes of a demonstration, which was held on January 30 in Frankfurt am Main, were “Everything for Everyone. Social Revolution Now!”, “For the radical democratization of all areas of life!” and “Free Education for Everyone!”. Germany’s radical student’s movement, antifascist groups and the syndicalist union FAU mobilised themselves for it. Around 3000 people joined the demonstration that was dominated by a huge black block of around 1000 people walking in the frontlines of the demonstration. Massive police forces escorted the demonstration and randomly used pepper spray and clubs against the peaceful crowd. In fact, the whole demonstration was encircled by armoured policemen and women; this is called a “Wanderkessel” in German. Special units filmed everything and portrayed individual persons with cameras. At least, the police were not allowed to step on university ground, where the demonstration started and ended.
The demonstration was supposed to begin at 2:00 o’clock but the demonstration’s start was delayed because busses with protesters had been stopped and controlled. After these people finally reached the KOZ, a cultural centre and café at Frankfurt’s university campus, spokesmen and women of the free education movement, local antifascist groups and the unions GEW and FAU held speeches from a truck. The topics of their speeches ranged from free education to the present struggles of the FAU union, who is in danger of being prohibited by German courts. Most of these speakers related to the violent clearing of an occupied university building at the end of last year; this was also a crucial reason for this event. During the speeches, heavy snowfall accompanied the scenery, so that most people gathered nearby in the building but went out when around 3:00 the demonstration began.
As soon as the demonstration left the university campus, policemen and women stood close to the demonstrators who had bound banners together and held them to the sides, so that people outside the demonstration were informed about their reasons for this event. But any hope of making an impression on people outside was impossible due to the enormous amount of police around the demonstration. It may have been half an hour after we have left university, when people walking in front ran back because they had been injured by pepper spray. Some policemen were in favour of violence and insulted the demonstrators during the entire time.
After three hours, we reached the KOZ again. It had been cold and people were exhausted from the walk. The conclusions which can be drawn from this day are: The postfascist German state is doing everything possible to suppress the student’s movement; capitalism is afraid of a unity between workers, students and pupils, who formed the demonstration. But despite state violence, our struggle will continue.
A short video documentation can be watched on Youtube.
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