5 Kommentare

  1. Hallo Jan!

    die öffentlich-rechtlichen (wessen recht eigentlich? ;-) )
    zurechtstutzen ist die aufgabe der medien und letztens laß ich doch tatsächlich, dass irgend ein recht hoher mann schon 1880 (nicht viel später) gesagt hat, dass die journalisten im grunde nichts als intellektuelle prostituierte sind, deren aufgabe in allem besteht, nur nicht in korrekter berichterstattung. und noch heute sterben die, die es trotzdem korrekt tun möchten (anna politkowskaja) oder fürchten im exil um ihr leben (roberto saviano).

    nun habe ich gerade auch auf der offiziellen seite gesehen, dass es antirepressionsarbeit gibt. so gut ich es finde, dass menschen sich darum bemühen ihre unterdrückungen zu bemerken und ihr entgegenarbeiten zu wollen (unglaublich wie selten das von interesse ist…), so fragend bin ich alsbald geworden: ist denn die antirepressionsarbeit sozusagen die spitze der arbeit gegen repression in euren bewegungen?
    halb zufällig habe ich nämlich etwas bemerkt: die deutsche sprache ist, man glaubt es oder nicht, sogar im protestierenden vokabuar ein wenig behindert! es gibt nämlich im englischen ein wort, dass im deutschen gar nicht vorhanden ist: Oppression! oppression kann zb ein korrelat aus mehreren dingen meinen, die wir im deutschen allzu schnell mit einer mixtur aus repression und “ideologie” bezeichnen und damit was ganz anderes aussprechen würden. ich fand diesen umstand in einem englischen buch, dass sich ebenfalls mit kapitalismus beschäftigt, allerdings auf eine geschichtliche art und weise! (macht ihr denn eigentlich historisch-kritische arbeit???) kurz gesagt: in diesem werk wird unterschieden zwischen psychischer repression (selbst-unterdrückung und verdrängung) und sozialer oppression-repression (aus dem sozialen entspringende, historisch varierende unterdrückung, die auf der organisation des sozialen selbst fusst (selbst variabel), die zwar zu verschiedenen zeiten (zb 1960 und 2009) zu genau denselben (repressiven) effekten führen kann, bei denen es aber auf die wege der entstehung der effekte ankommt, nicht nur auf den effekt; weil die wege den effetkt erst gebären).
    was das nun soll? so manche bewgungen haben ihr grab selbst geschaufelt, weil sie ihren fokus allein auf repressionseffekte legten und nur diese bekämpfen wollten und nach deren vermeindlicher abschaffung sich befriedigt zurückgelehnt haben. die oppressiven effekte einer gesellschaft wurden da in nichts bedacht, dabei, so die argumente des werkes, sind sie nicht unwesentlich beteiligt an den repressiven effekten, sondern von ihr gar nicht zu trennen. man reißt die wurzeln nicht raus, sondern schneidet nur “die blumen des bösen” ab. die allerdings wachsen alle frühjahre nach.
    zb. könnte (!) ein oppressiv-repressiver effekt für deutschland sein, dass man sehr schnell (als diskursive praktik) zur übereinstimmung kommt (alle gruppen!), dass “bildung” für das weiterbstehen, für die gesellschaftliche homöosthase unabdingbar ist, dass es folglich einen grundkatalog von auf jeden fall zu vermittelndem wissen geben müsse. da ist man sich schnell einig (“aber unsere kinder…wenn die auf die herdpaltte fassen!” usw.) einig und dann redet man erst übers vermeintlich fundamentalere. dabei könnte es sein (könnte!), dass eben gerade dieses einigkeit in diesem punkt fundamentale repression zum effekt hat, d.h. subjekte, die sich einer solchen bildungsdebatte entziehen wollen (warum auch immer) werden eben gerade durch diese einigkeit “aller” (obwohl schon gar nicht mehr “alle” dabei sind) selbst unterdrückt und müssen sich unterdrücken, d.h. repressionieren, um evtl. an einer bewegung teilzuhaben, die sich dann nur noch gegen sie auswirken kann, gegen die sie aber vor allem gar nichts mehr tun können. folglich unterdrückt sie die antirepressionsarbeit. bildungszwang als effekt einer kontrollgesellschaft die Wissen wissen muss, das wissen für alle zu sein hat, also grundwissen, dass “alle” gleich steuern/regulieren soll. die wissen muss, wie viel du weißt, da sie dich sonst nicht bewerten kann (sonst könnte keine “bildung für alle” durch eine instanz garantiert werden), folglich eine reform (oder ähnliches) nicht in ihrem interesse oder in ihrer macht steht (es sei denn, man gibt ihr diese macht, weil man sie gefordert hat!). wen also ruft ihr eigentlich an, wenn ihr 270.000 leute auf die strasse bringt (was super ist, ohne frage) und welche effekte könnt ihr damit überhaupt erzielen? welche davon können euch und euren kindern wirklich dienst leisten und welche können dazu führen, dass ihr noch mehr dienst leisten müsst (ich habe bemerkt, dass an vielen universitäten mittlerweile elektronische verwaltungen zu finden sind, zu denen auch gezwungen wird; im namen besserer “bildung” kann sowas *theoretisch* gerechtfertigt sein, gleich wohl es praktisch eindeutig gegen die ist, für die es sein soll, oder?), was fordert ihr und was wird geboten, was sei gar notwendig zb. im namen der “bildung”, des “forschritts” der “innovation”, der “kompetenzerhaltung”, des “wachstums” usw.?
    das sind fragen, die ich hätte…

    also, dass ihr mit forderungen (an wen? warum?) vielleicht nicht nur gutes, sondern gar schlechtes bringen könntet, ja vielleicht denen in die hände spielt, gegen die ihr zu kämpfen meint?
    ich könnte vielleicht sogar sagen, dass das von dir beschrieben problem der einigkeitsfindung (“konsensus-prinzip” über “dissensus-prinzip”) ebenfalls ein solch oppressiv-repressives element sein könnte. vor allem, wenn man sich den diskurs in seinem bezug zum “lebenslangen lernen” anschaut, was im zuge staatlicher oder gesellschaftopportunistischer perspektive auf bildung auch in aussicht stellen könnte, dass man eine instanz, institution oder “behörde” schaffen müsste, die sich allein damit zu beschäftigen hätte zu überprüfen, ob und wie die “bildung für alle” produziert wird (denkt ihr an abschaffung von universität und schule, oder nur an abschaffung ihrer programme, weil ihr das system für gut, aber das programm für nicht so gut haltet?) prüfungspflicht also, denn sonst gibt es den nutzen für die gesellschaft oder den staat nicht (den ihr anruft) und also würde es ohne diese bedingung nicht eingeführt werden würden. mehr bildung oder bildung für alle kann dann in (noch) schnellerer implemtierung eines “lebenslangen gerpüft werdens” enden, wohlgemerkt prüfung durch obrgkeiten, nicht durch einen selbst! ( zb. wird nur der “einfluss” der wirtschaft kritisiert, ihre forderung nach “mehr kompetenz” und “qualifikation” und “mobilität” wird mitgesungen, ja gar gefordert, oder?) dann aber hätte man nochmehr kontrolle als jetzt. die elektronischen systeme zu eurer überwachung und steuerung gibt es ja schon und wären teil eines solchen “dispositivs”, dass schnell gegen euch genutzt werden kann.

    man hätte dann de facto u n d de jure mehr kontrolle eingefordert und dafür noch selbst gekämpft! wird denn sowas bei euch thematisiert, gar problematisiert? ich sage nicht, ich würde lösungen dafür kennen und wenn, würde ich sie nicht prophetieren; mich interessiert, ob ihr euch denn selbst auch auf diese art und weise denkt? oder stehe ich damit irgendwie verquer, gar unverständlich im raum???

    wo ich das herhabe? ich zitiere mal den buchrücken eines merve-buches von 1978 (das zitat ist von 1977, meine ich):

    ” Solange man nur ad infinitum das immergleiche Anti-Repressionslied singt, bleiben die Dinge unverrückt, und es ist ganz gleich, wer den Gesang anstimmt, es hört ihm doch keiner zu.

    Denke nicht, daß man traurig sein muß, um militant sein zu können – auch dann nicht, wenn das, wogegen man kämpft, abscheulich ist!

    Verweigere den alten Kategorien des Negativen (Gesetz, Grenze, Kastration, Mangel, Lücke), die das westliche Denken so lange als eine Form der Macht und einen Zugang zur Realität geheiligt hat, jede Gefolgschaft! Gib dem Vorzug, was positiv ist und multipel, der Differenz vor der Uniformität, den mobilen Dispositiven vor den Systemen! Glaube daran, daß das Produktive nicht seßhaft ist, sondern nomadisch!”

    (G.Deleuze/M. Foucault: “Dispositive der Macht; M. Foucault über Sexualität, Wissen und Wahrheit”)

    Und da frage ich mich nun: fordet ihr (“bessere”?)Gesetze? fordert ihr (“bessere”?) Systeme? Fordert ihr sie, weil es an ihnen mangeln würdel? wollt ihr die Grenzen nur verschieben, nicht einreißen? (zb die schule-universität grenze? die alters-schule-gesellschaft grenze?) Sagt ihr, ihr würdet kastriert in den Systemen (machtentzug/-verwehrung/-abschnitt)? sagt ihr, es gibt lücken, die man füllen müsste, dann könnte es besser werden? singt ihr das antirepressionslied, nur auf andere weise? und auch: seid ihr intolerant gegen theoretische rechtfertigung, oder lasst ihr euch darauf ein? (zb. “aber studien zeigen, dass…”; “Studien zeigen, dass hier oder da mehr geld bewirkt, dass…also kann es in der hand bleiben und dem system folgen, dem es gerade unterliegt, nur müsste man etwas ein wenig ändern.”)?
    vor allem frage ich mich: was erfindet ihr selbst? wo nutzt ihr nicht das, was bereits vom kapitalismus durchsetzt, ja fsat zersetzt ist, sondern schafft ganz andere möglichkeiten? (zb nicht freie uni in der uni, sondern eben überall ausser dort!)
    ich frage und schreibe das nicht, weil ich, wie gesagt, die lösungen der probleme zu kennen meine (ich bin sogar der überzeugung, dass es “die lösungen” gar nicht gibt, denn revolution hört nicht auf, sondern fängt an und ist ein werden, ein verhalten, kein lauf auf ein ziel, nach dessen erreichung man sich gemütlich zurücklehnen könnte), sondern weil ich mich, eben beobachtend aber nicht nur beobachtend frage, wie ihr euch organisiert. tut ihr es auf eine weise, die euch dazu zwingt, euch an dinge zu binden, die ihr ablehnt, nur damit ihr weiter kommt? seid ihr erfinderisch oder macht ihr nach (d.i. kopieren)? unterdrückt, d.i. repressioniert ihr euch, weil ihr euch einer oppression-repression unterwerft (stichwort medien! stichwort universität als institution!), die ihr nicht zum problem macht, weil sie marginal wäre oder die ihr nebensächlich problematisiert?

    ich denke auch nicht, dass das allein eine frage der personenkapazität ist, wenngleich es nicht unwichtig ist. in manchen dingen verderben zu viele köche bekanntlich den brei. stellt dir vor, du müsstest mit 10 mal sovielen leuten wie jetzt wege ausklügeln und das nach dem konsenswunsch! da träumst du am anfang von bergen von kreiierter schokolade und hast am ende ein krümel scheiße über “wenigstens was braunes!” :-)
    ebenso, das klang sicher schon raus, denke ich auch nicht, dass es von wichtigkeit wäre, dass alle und viele einem gleichen übergeordneten ziel folgen, d.h. dass man sich (so viele menschen! 270.000!) auf einen standpunkt einigen müsste um zu wissen, das man weiter machen kann. auch damit, könnte ich mir vorstellen, kann man sich selbst den wind aus den segelen nehmen, weil man die segel nicht aufspannt, bis alle der selben meinung sind, wie das segel nun mit welcher beschriftung zu hängen und zu wehen hätte – und dann nie losfährt, weil man sonst meint “ungerecht” zu sein. ich bin tatsächlich eher der auffassung, dass man darauf acht geben muss, dass man niemandem mit dem was man macht behindert, im weg steht, produktives handeln blockiert. also eben nicht grenzen bauen, sondern grenzen einreißen. das wichtige geschieht im alltäglichen, nicht im großen übergeordneten. das meinte ich mit “zerrissenem theater”, das man zeigen muss. nietzsche hat das viel besser gesagt als ich könnte…

    ich danke dir auch für die freundliche einladung. ich müsste aber zum bündnis eines anderen ortes gehen, wollte ich mitmachen. der zufall brachte mich auf diese seite.
    und ich habe auch festgestellt, dass ich zwischen diesen ganzen leuten, die viel aktiver sind als ich, nicht sehr nützlich bin. dafür bin ich zu eigenbrötlerisch und vielleicht etwas unzeitgemäß, und auch etwas zu ungeduldig, denn ewiges reden um marginalitäten (ich beobachte auch euren diskurs…) und auch die angeschlagenen töne missfallen mir einfach manchmal sehr, auf ethische korrektur habe ich im internet keine lust, und so würde ich eher frustriert, was wiederum niemandem hilft, da ich pampig werden würde. ich lege großen wert auf ethik und ethische praxis als fundament (nicht auf gesetz usw.) und, wie ich das bisher sehen konnte, ist am thema ethik und ethische lösungen (d.h. nicht gesetzes-gebundene moral, sondern handlungspraktische moral und arbeit an sich selbst) an diesem thema also scheint mir nicht sehr viel interesse zu bestehen. das werfe ich euch nicht vor, sondern stelle ich, für mich, nur fest. jeder geht seinen weg!
    dennoch bewundere ich, wie ihr es – wie auch immer!!! – hinbekommen habt, soviele menschen aufbegehren zu lassen und dafür auch diese ganze widerliche repression in kauf nehmend einfach weiter macht. (wo hat das eigentlich genau begonnen/wann eine bundesweite bewegung zu werden? das lief ja nicht über mediale werbung, oder?) wer weiß, was ihr im begriff seid anzuzetteln! auch sah ich das interview vom herrn tilmi und er hat es wirklich gut gemacht!

    da das schon wieder viel zu viel geschriebenes war, weil ich außerhalb von nicht allzu vortrefflichem und eher verwirrtem denken nicht allzu viel bieten kann, was euch nützen könnte, höre ich hier mal auf.

    mehr als einen skurrilen und irgendwie annonymen (ich halte namen für eingrenzung…) mini-diskurs kann ich nicht anbieten, dass aber bereitet mir immer viel freude.

    revolutionierende grüße

  2. Hi Jonny,

    Plakate liegen im AStA und können wahrscheinlich mitgenommen werden (frage aber am Besten nochmal). Ansonsten können die Leute aus Kaiserslautern, da es sich um die bundesweiten Plakate handelt, diese auch selbst bestellen. Am Besten wäre es aber, wenn Du sie einladen könntest am 14.10. auf das große Treffen zu kommen, da dort Leute von verschiedenen Hochschulen eingeladen sind (eine Art Vernetzungstreffen); das findet wie gewohnt um 18:00 im AStA statt.
    Viele Grüße

  3. Hallo!

    Was denkt ihr denn darüber, die offene Uni einfach mal mitten irgendwo in den städten zu machen? mich würde das interessieren, was daraus werden könnte!!!
    auf öffentlichen plätzen, statt auf dem gelände der universitäten, in einkaufszentren statt in hörsäalen, vor bücherein statt in mensae. auf flughäfen statt in seminarräumen! schafft euch bildungsräume, hört auf sie nur zu kopieren!

    schließlich soll die bildung ja überall hin kommen können, und nicht nur rumgerede der studenten und professoren und sogenannter “politischer vertreter” an und über deren arbeitsplatz sein, oder nicht? die leute “draußen” sollen doch begeistert werden (nicht die leute drinnen, die schon dabei sind; auch nicht die ,die drinnen sind, aber sich nicht dafür interessieren: die sollte man auch nicht unnötig nerven! das führt zu nix gutem und es gibt kein recht das zu fordern, ausser despotisches.)
    und so trüge man die bewegung auch schneller auf die strassen und macht gleich noch eine überprüfung, wieviele menschen das für relevant, wichtig und interessant halten, was eben die protestierenden für vorzüglich und wichtig erachten (möglicher weise macht man als bewegung fehler, die man selbst nicht bemerkt und so aber erfahren könnte!).
    man könnte vieles an kritik bekommen und hätte mal direkten, nicht-kontrolliert-regulierten kontakt (zb durch medien) zu menschen und könnte sicher weit besser wirken als zb. durch dieses sehr häufige fokusiern der marketing-fragen “wie kommen wir ins fernsehen?” “wie kommen wir in die zeitung?” “wie viele flyer?”usw. (ich wette, dieses ganze marketing verschlingt den großteil des wenigen geldes der bewegung, der dann woanders fehlt und man bilanziere mal, wie “profitabel” das war/ist, d.h. voraussichtlich sein wird…) marketingfragen sind sicher nicht unwichtig, aber beim stand unserer medien sollte man darauf möglichst wenig energie verschwenden, denn sie verpufft allzu schnell und enttäuscht falsche hoffnungen, was resignation mit sich bringt und die bewegung von innen her schwächt, ohne das jemand von außen noch gift hinzutun müsste. das gilt vor allem für soziale bewegungen, die nicht nur gegen einen herrschenden, sondern für einen ganz anderen zustand sind. musste man früher die medien noch sehr bedrohen, damit sie propaganda im sinne der machtansagenden verbreiten, so machen sie das heute von selbst und das muss man mit einbedenken in der tatsache, dass der bildungsstreik noch nichts ist, was allzu viel macht hätte, sondern erst noch welche will (weltweit gedacht). in deutschland ist man noch viel zu zurückhaltend, weil man es sich mit den medien nicht verderben will, political correctness an den tag legt, ob wohl die schon imemr nur ein zombie aus mutloser bescheidenheit war. und es ist nicht mehr 68, d.h. eher schlimmer als besser wie damals.
    will man eine nachricht verbreitet wissen, die die medien in ihrer jetzigen form total verändern würde, darf man sich zudem auf selbige nicht stützen wollen (!!wollen!!), im gegenteil: man muss mal das zerrissene theater dieser medien aufzeigen, sie bloßstellen, es sich richtig mit ihnen versauen, damit sie sich nicht mehr entziehen können. sonst baut man sie nur in anderer form ein und damit (wieder weiter) auf [Perpetuation], behält das fundament aber bei: “werbung ist aber wichtig!” … schon, aber nicht nur und nicht in jeder beliebigen form, schon gar nicht in zeiten, wo selbst “independent”-nachrichtenseiten parteiisch sind und manchmal parteiischer als die klassichen, von denen man sogar weiß, wer sie gekauft hat. (zb. auf Telepolis muss zum kommentieren ein account angelegt werden, auf welt.de kann jeder frei kommentieren – mal bedenken)
    dass die medien dafür sorgen werden, menschen zum “aufwachen” zu bringen, sollte man nicht glauben. medien halten bei uns meist entweder wach oder bewirken schlaf, aber sie wecken nicht erschütternd-fundamental auf, das kann nur die realität eines menschen bewirken, und zwar nur durch dessen erfahrung (die unsere haupt-medien niemals vermitteln könnten).
    man kann aber mal versuchen die menschen vom träumen durch medien aufzuwecken, die medien entzaubern, wozu man die medien nicht standardmäßig nutzen kann… das muss man schon direkt machen, sonst ist’s wie bei homer simpson hauptsächlich die frage “can’t somebody else do it?!?” (zb AK-Presse und die “PMs” und alles kopierte vokabular, um das man sich selten schert…”nicht so wichtig”), da man selbst gerade mal wieder mit marketing/werbung/propaganda/promotion-arbeit zu tun hat und das zudem nur in bereits klassischer/bekannter form (Flyer, plakate, kleine filme..nichts neues dabei!)

    was neues solltet ihr euch ausdenken, was neues erfinden! 270.000 leute sollten doch wohl ein bisschen was neues erschaffen können, oder nicht? sonst ist das nicht nur keine fortführung des streiks und auch kein streik 2.0, sondern nicht weiter bemerkenswert, was ihr den leuten nicht einmal vorwerfen könntet: ihr verschanzt euch hinter euren (“klugen”) mauern anstatt euch in die welt der menschen zu begeben, die ihr “überzeugen”, mitreißen wollt und müsstet (denn ihr wisst vielleicht mehr um ihr dilemma als sie selbst), weil ihr eben hofft, dass gerade diese wichtigste aller aufgaben (solidarität) schon von den medien bewirkt werden wird, wenn sie denn genügend/korrekt “informieren”. kein mensch aber wird durch information schlauer, sondern nur durch nachdenken und erfahrung. wenn im fernsehen kommt: “bildungsstreik in deutschland”, 2 min. bericht und dann das wetter oder afgahnistan oder etwas anderes, dann hat die bewegung exakt zwei min. aufmerksamkeit durch 5 monate vorberitung erreicht.
    wenn ihr auf der strasse frei-universitiert mit eurer freien uni, werdet ihr die leute die zuhören sicherlich zum nachdenken bringen (länger als 2 minuten + weniger als 5 monate vorbereitung!), vor allem aber werdet ihr sehen können, in welchem maß sich die leute interessieren (umfragen, statistiken usw. zu diesen sachen sind eher wertlose gewissensberuhigung, keine veränderung des zustandes und keine erkenntis über konkrete menschen).
    trettet in kontakt mit den leuten und wartet nicht darauf, dass es jemand anders für euch tut. sonst ist das eine homer-simpson-bewegung.

    grüße eines beobachters

  4. Wäre es möglich zusätzliche Plakate und allgemeines Infomaterial zu bekommen? An der Uni Kaiserslautern ist bisher keine Bildungsstreikorganisation gelaufen, allerdings gibt es auch dort jetzt Bestrebungen zumindest eine Demo zu veranstalten. Ich würde den Leuten gerne Plakate und Flyer zukommen lassen.

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