Präsigespräch:
TOPs:
- JOGU-StINe
- Medizinerhaushalt
- LHG
- Soziale Öffnung der Hochschule
JOGU-StINe:
Die Problematik, die mit JOGU-StINe verbunden ist, wurde vorgestellt: Im Zuge der Umstellung der Studiengänge wurde das Verwaltungssystem JOGU-StINe eingeführt, ursprünglich mit der Intention, die Studiensituation zu verbessern. Es haben sich jedoch für Studierende gravierenden Nachteile ergeben, die auch mit dem Datenschutz zusammenhängen.
Nebensächlicher, aber dennoch wichtig, sind die fehlenden Möglichkeiten, einen Stundenplan zu erstellen und die Veranstaltungen mittels einer Suchfunktion zu durchsuchen.
Ein zentrales Problem sind jedoch die umfangreichen Möglichkeiten der Datenerhebung , die in riesigem Maße vorhanden sind. Es ist unklar, wie diese genutzt werden. Weiterhin wurden die durchJOGU-StINe gegebenen Möglichkeiten der Raumplanung bisher nicht ausgenutzt, obwohl das eines der Hauptargumente für dessen Einführung war. Ein großer Kritikpunkt sind auch die rigiden Anmeldefristen und die Androhung von Konsequenzen für den Rücktritt aus einer Veranstaltung. Informatiker, ZDV-Personal und Endanwender waren bei der Entscheidung nicht zugegen und beteiligt.
Herr Krausch entgegnet, dass die Anzahl der Prüfungen, die angeblich durch Bologna vorgeschrieben ist, ein umfangreiches, großes Verwaltungssystem erfordert, und meint, dass JOGU-StINe die einzige Plattform gewesen sein, die diesen Anforderungen entsprach. Der Haushalt, der zur Verfügung steht, sei begrenzt, und daher müsse die Verwaltung elektronisch durchgeführt werden, da es keine ausreichenden Gelder für ausreichendes Personal gäbe. Dazu sei es insbesondere notwendig, die leistungsbezogenen Daten dort zu speichern.
Ein Begleiter des Präsidenten, Herr Einig, merkt an, die Prüfungslast sei tatsächlich zu hoch und es wurde bereits davor gewarnt, zu viele Prüfungen einzuführen. Die Prüfungslast wurde durch Herr Krausch den Akkreditierungsverfahren zu lasten gelegt. Daher ergeht die Aufforderungen an Herr Krausch, seine politische Macht und Einflussnahme dafür einzusetzen, die Akkreditierungsverfahren zu optimieren. Die Prüfungen ergäben sich jedoch laut Herr Einig als Notwendigkeit aus dem ECTS-System. Dann wird der aktuelle Stand der Entwicklung um JOGU-StINe vorgestellt, insbesondere in Bezug auf den Punkt Datenschutz: Das BAFöG-Amt kann beispielsweise nicht auf die Daten zugreifen, jedoch wird hier schon deutlich gemacht, dass umfangreicherer Zugriff gewünscht ist, trotz den Richtlinien des Landesdatenschutzbeauftragten. Dabei wird jedoch seitens der Studierenden deutlich gemacht, dass überhaupt schon die Existenz großer, personenbezogener Datensätze ein Problem darstellt. Angeblich soll JOGU-StINe jedoch auch dazu führen, dass Prüfungsdaten sensibler gehandhabt werden. Herr Krausch verteidigt das System damit, dass Missbrauch hier zentral verhindert werden kann – dagegen steht, dass man hier Missbrauch auch zentralisiert und in viel größerem Umfang betreiben kann.
Da Risiken jedoch auch seitens des Präsidiums und der Verwaltung eingestanden und offen thematisiert worden sind, steht die Frage im Raum, was zur Sicherung des Datenschutzes überhaupt unternommen wird. Es wird erneut entgegnet, dass der Datenschutz bereits in verschiedenen Gremien diskutiert wurde. Es wird nun der konkrete Vorschlag gemacht, eine Funktion einzubauen, die jeweils den Studierenden anzeigt, wann wer welche Daten abgerufen hat. Rückmeldung über die Integration eines solchen Features wird Herr Krausch geben.
Schließlich gesteht Herr Krausch ein, dass anscheinend mehr Bedarf zur Transparenz besteht, die er unbedingt realisieren will.
Die Raumplanung wird seitens der Verwaltung zugestanden, funktioniert nicht. Dort wird durch Herr Einig hinzugefügt, dass das Programm JOGU-StINe eigentlich für die Raumplanung gar nicht benötigt wird. Herr Krausch schließt sich nun an, indem er ergänzt, dass bereits vor 1 1/2 Jahre eine Evaluierung der Raumplanung durchgeführt wurde. Dabei hat sich ergeben, dass viele Dozierende “angestammte Rechte” auf “ihre” Räume erheben, bspw. Juristen auf den RW1, den größten Raum der Universität.
Die Anmeldefristen, die anscheinend nicht zur Raumvergabe benötigt werden, stehen nun relativ unbegründet da. Herr Einig begründet die Anmeldefristen damit, dass die “Lehrenden zu Beginn der Vorlesungszeit wissen, wer in ihren Veranstaltungen sitzt”, und um mehr Gerechtigkeit bei der Platzvergabe zu schaffen. Die Kritik wird jedoch seitens Herr Einig als berechtigt eingestanden. Eine Studierender bemängelt diesbezüglich, dass Gerechtigkeit weniger durch Formalia, als durch ausreichende Finanzierung der Universität geschaffen wird, so dass gar nicht erst Engpässe entstehen, denen man begegnen muss. Herr Krausch teilt dazu mit, dass er sich bereits um Gelder bemüht, das heißt um ihre Besorgung beim Landtag und ihren Einsatz auf der Uni, verweist jedoch an die Fachbereiche, die die Fachbereiche verwalten. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht in der Verantwortung von Herr Krausch läge, sich weiterhin um die Finanzierung der Universität zu bemühen
Nun wird ein allgemeineres Thema aufgemacht: Die Formalisierung des Studiums und der Probleme, die sich daraus ergeben. Im Zuge von Bologna, dessen Umsetzung und JOGU-StINe kommt es zu Überschneidung von Lehrveranstaltungen, dies war nicht nur zuvor der Fall. Auch können Fächer nicht mehr kombiniert werden, weil man deren Überschneidung durch Studienregelung vermeiden wollte, dadurch die Reduktion an Überschneidungen nur auf dem Papier erwirkt.
Medizinerhaushalt:
Bei den Medizinern wurden 2.3 Millionen aus dem Lehretat der Forschung zugeschrieben, über die Köpfe des Fachbereichsrats hinweg. Diese Umverteilung von Geldern wurde zum Zweck der Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit durchgeführt, da nach nach einer Rechnung die Mediziner zu viel Geld für ihre Lehre verlangen. Nicht näher benannte Experten sind laut Aussage von Herr Krausch der Meinung, dass die Rechnung des Fachbereichs Medizin falsch war. Daher hat der Aufsichtsrat beschlossen, den Lehretat zu kürzen. Die Diskussion wird vertagt, da der TOP nur eingeschoben wurde.
LHG:
Die LHG-Novelle wurde kurz vorgestellt, sie beinhaltet einige fragwürdige Regelung: Den Exmatrikulationsparagraphen, die Abschaffung der Rechenschaftspflicht des Präsidalamts an den Senat, die mögliche Trennung von Forschung und Lehre durch Freistellung einzelner ProfessorInnen von der Lehre für bis zu 10 Jahren, der Vorschlag von Kandidaten für das Präsidialamt durch den Hochschulrat, wobei die Liste aus einer einzigen Person bestehen kann, das Stimmenübergewicht im Hochschulrat seitens universitätsfremder, undemokratischer Vertreter, und keine gesetzliche Verankerung eines studentischen Vertreters, die Aufsicht des Präsidialamtes über die verfasste Studierendenschaft u.v.m.
Herr Krausch stimmt zu, und nennt dabei gerade den Exmatrikulationsparagraphen als Kritikpunkt, der lediglich als Reaktion auf den Exmatrikulationsprozess im Fall Mario Matthes vorgeschlagen wurde. Dieser Paragraph wird laut Aussage von Herr Krausch von niemandem gewünscht. Auch die Abwahl der das Präsidialamt innehabenden Person sei ein Einschnitt in die inneruniversitäre Demokratie, die abzulehnen ist.
Weiterhin teil Herr Krausch mit, dass die Forschung frei sein muss, Geld kostet und einem Verteilungskampf unterworfen ist. Er betont, dass auch Bachelorstudierende Zugang zur Forschung haben müssen – warum dies durch die Freistellung von ProfesserInnen von der Lehre von bis zu 10 Jahren geschehen soll, bleibt unklar, selbst wenn diese Personen so überhaupt erst an die Universität gelangen.
An dieser Stelle wurde die Diskussion vertagt.
Übrige TOPs:
Wurden vertagt. Das nächste Treffen wird Mittwoch Nachmittag um 12h stattfinden.






Danke, vielleicht sieht man sich ja morgen im Atrium …
…hab grad beim allseits beliebten ZDF nen beitrag über unis/privateunis,deren studienbedingungen und die streikerei gesehn…unglaublich, wie man als mami/papi finanzierter sprössling sagen kann, dass den privaten unis die zukunft gehört….
gut, dass sich hier noch jmd traut aufzustehn und zu protestieren…bis morgen.