In einem, ja, ich wage es zu sagen, exzellenten Artikel auf den NachDenkSeiten.de analysiert Wolfgang Lieb (SPD), ehem. Wissenschaftsstaatssekretär in NRW, das Scheitern des gesamten Bologna-Prozesses. Dabei deckt er auch die durch die Politik und v.a. die wirtschaftsliberale Bertelsmann-Stiftung geschaffenen Sachzwänge innerhalb des deutschen Hochschulwesens auf und warnt insgesamt vor einer Entwicklung der Hochschullandschaft hin zum amerikanischen System, denn bisher, so Lieb,
“war zumindest die Ausbildungsqualität aller Universitäten so gleichmäßig hoch, dass es für das berufliche Fortkommen der Absolventen unerheblich war, an welcher von ihnen er seinen Abschluss gemacht hatte. Dies wird sich nach dem Willen der Politik nicht mehr lange so durchhalten lassen, und damit wäre dann eine der letzten verbliebenen Errungenschaften der großen Bildungsreform der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts dahin. Dann wird es eine kleine Anzahl von besonders privilegierten Hochschulen geben, die mit hohen Studiengebühren dafür sorgen, dass sich kein unterprivilegierter Student dorthin verirrt, eine Reihe von Hochschulen, die vor allem dazu dienen, die erforderlichen akademisch ausgebildeten Dienstleister für die umliegende Region bereitzustellen, und schließlich eine tief gestaffelte Reihe von Bildungsinstituten, die aufgrund mangelnder Mittelausstattung täglich um ihr Überleben kämpfen müssen.”
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