Universitätspräsident Georg Krausch hat es mal wieder geschafft: Gemeinhin als fähiger Rhetoriker anerkannt, schafft er es doch stets, seine Kritiker an die Wand zu reden. So auch jetzt wieder. Auslöser ist eine kurze Presseveröffentlichung auf der Homepage der Uni Mainz, die so fassungslos macht, die in jeglicher Hinsicht so falsch ist, so ablehnenswert, dass ich zuerst gar nicht wusste, wie ich sie kritiseren sollte.
Ich habe mehrere Ideen in meinem Kopf durchgespielt: Sollte ich den Text Stück für Stück auseinandernehmen? Oder stattdessen eine Satire darauf schreiben? Dann die Erleuchtung: Da der Text selber ja schon Realsatire vom Allerschmerzhaftesten ist, lasse ich ihn einfach ungekürzt für sich sprechen. “Enjoy”:
Das neue Corporate Design der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz ist in ihrer Vielfalt und Interdisziplinarität einzigartig. Unser Leitbild beschreibt dieses unverwechselbare Profil. Unser Strategiekonzept übersetzt es in konkrete strategische Ziele. Unser Name und Logo symbolisieren es im Sinne einer Marke. Durch sie entsteht ein wertvolles Vertrauenskapital, das als Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern dient. Aber auch die interne Kommunikation kann durch ein solches “Corporate Design” beflügelt werden: Schließlich meint “Corporate Identity” auch das Selbstbild einer Institution.
Die Universitäten treten immer mehr in einen Wettbewerb untereinander ein – einen Wettbewerb um die besten Studierenden, die besten Wissenschaftler, um Drittmittel etc. Um sich hier international behaupten zu können, ist ein durchgängiges und unverwechselbares Erscheinungsbild für eine Universität unerlässlich. Gleichzeitig besteht aber auch der Wunsch und die Notwendigkeit für eine differenzierte Darstellung unterschiedlicher Bereiche unter einer “Dachmarke” – ganz besonders bei einer Hochschule wie der JGU.
Das JGU Corporate Design legt Standards für ein einheitliches Erscheinungsbild fest. Es lässt aber auch genügend Freiräume für das kreative Gestalten von Layouts und die individuelle Note von einzelnen Teilbereichen wie zum Beispiel Fakultäten oder Zentren an unserer Universität. Informationen dazu, wie sich die Johannes Gutenberg-Universität nach außen darstellt, finden Sie in der Präsentation des Corporate Designs.
Nutzen Sie das Corporate Design, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit das Profil der JGU zu schärfen. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Neugestaltung auch ein Stück weit dazu beitragen kann, dass Sie, dass wir uns auf unserem Campus und darüber hinaus als eine Universität fühlen – ganz nach dem Leitspruch der JGU, der auch auf der Fassade der Alten Mensa zu finden ist: “Ut omnes unum sint” – “Dass alle eins seien”. Dabei ging es den Gründern nicht nur um die Einheit, sondern stets auch um die Vielfalt dieser Universität. Eine einheitliche Selbstdarstellung wird so zur lebendigen Aufgabe, die überall da Wirkung entfaltet, wo die Universität optisch in Erscheinung tritt – von der Visitenkarte über den Briefbogen bis hin zu Postern oder Broschüren. Begeben wir uns also gemeinsam auf einen Weg, das Profil der JGU Mainz ein Stück weiter zu entwickeln. Ich freue mich darauf!
Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch
Universitätspräsident
Chapeau!







Falls Vorschläge für ein “passenderes” Logo gesucht werden: Wäre für einen Trichter, horizontal, mit der großen Öffnung nach links, darin ein Pfeil nach rechts deutend.
Im Hintergrund, weniger deutlich, ein Strichcode, darunter “JG|U”.
Symbolisiert a) “stringentes” Studieren mittels Bachelor b) gängige Methoden universitärer Pädagogik c) stromlinienförmiges Denken d) ökonomischen Bezug.
Ut omnes unum sint” – “Dass alle eins seien”. Dabei ging es den Gründern nicht nur um die Einheit, sondern stets auch um die Vielfalt dieser Universität.
Ähmmmm – gut natürlich logisch ich will doch auch zustimmen und tue das doch auch…bald.
Wenn ein anderes Logo vorgeschlagen werden könnte. Das jetzige ist etwas “saftlos”…ist war.
Für die Stirn gibt’s übrigens nur einen “Barcode”…den den Gefallen wird niemand erweisen aus einer uni eine Partei oder “Legebatterie” zu machen OHNE Kadergehorsam. (Den ich wie stets verweigere…).
Na…? Noch Antworten parat ? Ich bin ja gespannt…
Fehler in deinem System! Im Text wird ja eindeutig darauf verwiesen, dass die Uni jetzt JGU heißt. Der Strich ist nur im Logo selber. Mensch, schon verwirrend das. Die sollten uns bitte klar vorgeben, wie das jetzt heißt. Als wenn wir fähig wären für uns alleine zu denken! Klarere Linie, Herr CEO! So geht das Top Down-Management nicht!
Oh nein, nein, nein! Nicht “JGU”, sondern “JG|U”! Wa(h)re bitte die Corporate Identity, Kapitaleinlage Nummer 22120101628 …
“Ich frage mich, wann wir soweit sind, dass jedem Absolvent ein Zwangstattoo auf die Stirn genadelt wird: ‘Humankapital made by JoGu-Uni-Mainz; Note: X,Y’.”
Falsch! Wenn, dann doch bitteschön “Humankapital made by JGU …”.
Yiiiiha, da hat Krauschi ja einen richtigen Knüller gelandet!
Es ist ja zudem ein visuelles Ärgernis, dass das Logo, das jetzt überall auf den Websites prangt, auch ästhetisch die Hohlheit des ihn umwehenden Geistes treffend widerspiegelt.
Ich frage mich, wann wir soweit sind, dass jedem Absolvent ein Zwangstattoo auf die Stirn genadelt wird: “Humankapital made by JoGu-Uni-Mainz; Note: X,Y”.
total krass!