9 Kommentare

  1. Wie schon gesagt: Ich kann es in einem gewissen Rahmen verstehen, dass Marcel nicht so begeistert war, als ich seinen Artikel bearbeitet habe. Der Grund dafür dürfte aber weniger die Bearbeitung selbst, sondern die zugrundeliegende Meinungsverschiedenheit über die Darstellungsform gewesen sein. Ich möchte mich aber nach wie vor nicht davon abbringen lassen, zu Artikeln auch meinen Teil beizutragen: Die AK-Protest-Seite ist bis jetzt zumindest noch eine freies und offenes Portal, auf dem ähnlich wie bei Wikipedia kein “geistiges Eigentum” existiert, sondern jedeR dazu eingeladen und aufgefordert ist, an den öffentlichen, kollektiven Inhalten mitzuwirken und mitzuarbeiten. Der Gedanke, diese Seite zur einer bloßen Veröffentlichungsplattform zu machen, widerstrebt mir zutiefst.

  2. meine Güte…wie kann ein Mensch sich nur so aufregen ? Also ich finde das Jan meine Artikel prima redigiert. Ich bin aber auch nicht so…eitel. Wahrscheinlich weil ich mich schon so abgeschliffen habe im Leben…(schluchz…)

  3. Vielleicht hast du Recht … Marcel? Alles löschen? Oder ins Forum verschieben?

  4. Jungs!
    Das gehört hier doch gar nicht hin…!
    Macht das doch privat aus! und löscht die letzten Kommentare vielleicht besser…. Finde die Seite ansonsten super..ihr schreibt gute Texte..informiere mich bei euch gern über den Bildungsstreik…aber was ihr da in den Komments schreibt …???.. reißt euch mal zusammen!

  5. “Verblendung” – eine Vokabel, die besonders bei den Inquisitoren beliebt war. Doch nicht nur in diesem Sinne reiche ich dir deine Polemik von der absoluten Wahrheit direkt zurück. Doch gleich weiter: Ich schrieb, die Behauptung, nur radikale Gruppierungen hätten zu dieser Demo mobilisiert, sei verkürzend. Vielleicht hast du in deinem Zorn ja das “nur” überlesen; dies ändert jedoch nichts daran, dass auch gemäßigte Bündnisse zu dieser Demo mobilisiert haben (ich lese übrigens auch einige Verteiler), beispielsweise das Münchner Bündnis oder andere Bildungsstreik-Gruppierung, die als gemäßigt gelten müssen.

    Eine Zwischenbemerkung nun zur “Semantik”: Wenn du schon so treffend feststellst, dass ich mich in einer Erwähnung auch auf ihren Gegenstand beziehe, dann ersetz doch einfach “erwähnen” durch “beziehen”; dann steht da: “Obwohl viele zwar diesen Punkt erwähnt haben, haben ihn nicht alle erwähnt.” Ergibt Sinn, oder?

    Hier lässt sich jedoch schon der erste Fazit ziehen: Meine Kritik geht nicht den Grundtenor deines Berichts an, sondern seine bewusst eingesetzte und überzogene Einseitigkeit, seine schwarz-weiß-Malerei, die aus Verletzten Helden machen will; daraus, dass es dir dabei als Betroffener besonders um dich selbst geht, machst du im Kontext deines Kommentars keinen Hehl. Der Vorwurf der penetranten Selbststilisierung geht hier also gerne an dich zurück. Als ob ich nicht auch schon gefilmt und von Pfefferspray verletzt worden wäre, ohne dazu selbst den Anlass gegeben zu haben – daraus kann ich jedoch nach wie vor nicht den Fazit ziehen, den du ziehen willst, in Inhalt wie in Darstellung. Mein Hauptkritik bleibt unkommentiert bestehen: Das teils gezielte Verschweigen von Tatsachen (wie beispielsweise die vereinzelten Angriffe auf die Bullen) und das Zurechtbiegen von Geschehnissen (wie beispielsweise dein eigenes Demomotto). Du nennst nun meine Ergänzung deines Textes Zensur – eine etwas inflationäre Verwendung des Begriffs, bedenkt mensch, dass ich deinen Text schlicht hätte löschen können. Doch was du betreibst, nämlich die gezielte Verschleierung von Tatsachen, hat diesen Begriff schon eher verdient: Tatsächlich hast du meine Ergänzungen gelöscht – zensiert, könnte man sagen. Auch wirfst du mir vor seltsamerweise vor, nur die “eigene Wahrheit” verkaufen zu wollen, während ich den Text nur um einige wenige Punkte erweitert habe und so einen weiteren statt engeren Blickwinkel auf die Demo ermögliche, wie durch den Satz über die Knallkörperwürfe. Dass du die aber nicht gesehen und gehört haben willst, wundert mich ehrlich gesagt ziemlich. Ich habe sie gesehen und gehört, und das, obwohl ich nur im vorderen Drittel statt in der dritten Reihe gelaufen bin. Du kannst einige davon übrigens auch im Video sehen, das du verlinkt hast. Doch abgesehen davon – was erwartest du denn von den Bullen, wenn ihnen die dünne, gesetzliche Rechtfertigung gegeben wird, die sie benötigen, um selbst anzugreifen? Oder wird die Revolution darin ihren Ausdruck finden, dass sich der Staatsapparat widerstandslos zurückzieht? Die Klage über die Angriffe der Polizei wirkt nicht nur maßlos überzogen, sondern auch reichlich eskapistisch. Zudem versucht dein Artikel, die radikalen Demonstrierenden zu verherrlichen, währen die Bullen regelrecht dämonisiert werden. Friedliche Demonstrierende? Nein, dass sicher nicht. Die komplett schwarze Kleidung (und sie könnte durchaus auch bunt sein) ist ein ziemlich eindeutiges Symbol der Unfriedlichkeit, dass faktisch und ungeachtet derer tatsächlicher Realisierung diese Botschaft und Bedeutung kommuniziert und auch zu diesem Zweck getragen wird, Parolen wie “ACAB”, “Verpisst euch!”, “Kameramann, Arschloch!” eine gezielte Provokation der Bullen. In deinem Bericht hingegen heißt es, einige PolizistInnen hätten die TeilnehmerInnen fortwährend beleidigt; darüber, wie PolizistInnen beleidigt wurden, verlierst du kein Wort. Das soll nach wie vor nicht heißen, dass ich Polizeigewalt in Schutz nehme, oder sie in irgendeiner Form relativieren oder rechtfertigen will. Ich hasse die Situation der Ausgeliefertheit und des Angriffs zutiefst. Einzig geht es mir um eine Form der Darstellung, die nicht zum Heldengedenken aufruft, denn damit sind für mich massenweise unschöne Assoziationen verbunden.

    Schließlich kann ich die gezielte Eskalation von egal welcher Seite nicht ab: Die Klischees reaktionärer Presse und Bürgerlichkeit von linken Demos bestehen gerade im Bild des steineschmeißenden, sich-mit-Bullen-prügelenden, schwarz-vermummten Autonomen, dessen politische Reflektion sich auf das Gröhlen von Parolen beschränkt. Doch genau diese Bilder sind es, die die Demonstration geliefert hat. Du schreibst, dank der Polizeiketten wären die Inhalte nicht durchgekommen; doch was bleibt innerhalb der Demo selbst von Inhalten, wenn sich die Energie die Demonstrierenden auf die Bullen konzentriert? Ich sehe darin ein absolut widersprüchliches Zugeständnis an das Repressionsorgan Polizei, dass es sich nicht nur selbst jederzeit herausnimmt, berechtigte Proteste zu kriminalisieren, sondern gerade darin auch noch von den Protestierenden bestärkt wird – mensch gibt ihnen, was sie wollen, den Anlass und die Rechtfertigung für ihr Verhalten. Und damit ist die Möglichkeit endgültig vertan, sich tatsächlich inhaltlich an diejenigen zu wenden, die den Demonstrationszug hätten sehen können, wäre nicht alles von Bullerei umstellt gewesen. Wer ist das denn, wer sind die AdressatInnen? Die Bevölkerung: Teils bürgerlich, teils proletarisch, nicht sonderlich revolutionär, den staatlichen und konservativen Medien ausgesetzt, mit Klischees beladen. Meinst du, solche Menschen werden sich von einem Demozug überzeugen lassen, dessen diskursive Form ohnehin schon eher dürftig ist, zumal wenn er von Bullen umstellt ist? Selbst wenn das der Fall wäre, geht diese Chance endgültig verloren, wenn die Menschen keinen Bezugspunkt mehr in der Demo finden und ihre Klischees bestätigt sehen (die es unbestreitbar gibt). Da ist nichts überraschendes mehr, was zum Denken anregen könnte. Um das anzuerkennen, muss ich schließlich reaktionäres und bürgerliches Denken verstehen – das geht, auch ohne sich diese Denke gleich zu eigen zu machen. Ich nehme die Realität auf, um sie zu verändern, nicht um sie zu akzeptieren.

    Natürlich führt der Gedanke aber noch weiter: Zu der Frage, ob eine Demonstration mit revolutionärem Selbstverständnis in der derzeitigen Lage staatlicher Reaktion überhaupt jemals dazu fähig sein kann, irgendwelche Inhalte zu transportieren. Ich glaube fast: Nein. Eine Demo bietet zwar Aufmerksamkeit, doch lenkt die sich bestenfalls auf die laute Menschenmenge, die da in großem Aufzug und staatlicher Begleitung vorbeikommt. Wie soll sie denn überzeugen, wenn sie nicht argumentieren kann? Eine Demo in der derzeitigen Form bietet schlicht nicht die Möglichkeit zum Verstehen-geben, schon physisch schafft sie Fronten, auch gegen diejenigen, an die sie sich wendet. Sie manifestiert ein Innen-Außen, ein Wir-Ihr. Diese Grenzen sind es, die sich gerade nicht angesichts von Böllerwürfen (dass das Freiräume markiert, halte ich für zweifelhaft) und Vermummung auflösen lassen; die Botschaft wird niemanden erreichen, wenn die größten Schranken, gegen die wir kämpfen, in den Köpfen, und nicht vor uns uniformiert auf der Straße stehen. Umgekehrt lässt sich das Problem in Uniformgestalt auch nicht beseitigen, ohne dazu inhaltlich gewirkt zu haben. Ein Teufelskreis – von dem ich nicht denke, dass er durch Reaktion auf die Polizei zu durchbrechen ist.

  6. Schrei mich nicht an. Und noch eins: Ich brauche nach wie vor, wie jedeR andere hier auch, keine Autorisation, um einen Artikel zu bearbeiten, und ich scheiße auf Hierarchien ebenso wie auf geistiges Eigentum. Natürlich sind Autoritäten und Autorisierungen nicht das gleiche: Zweitgenanntes bezeichnet die Übertragung von Befugnissen durch Erstgenannte; Hierarchien setzen aber beide voraus.

    Hier habe ich den Artikel ergänzt, da er in seiner vorigen (und teils nun wieder jetzigen) Form zu nicht zu vernachlässigendem Teil ein sehr konstruiertes Bild auf das Geschehene bot und dadurch propagandistische Züge annahm:

    • Deine Originalfassung behauptet ausschließlich, die Demo hätte unter den Mottos “Alle für alle, und zwar umsonst!” und “Freie Bildung für alle!” gestanden. Der offizielle Demoaufruf jedoch zeigt, dass die Mottos ganz andere waren. Dort heißt es:
      Die Uni gehört Allen! Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!

      Dass die von dir genannten Parolen unter anderem skandiert wurde, streitet niemand ab; sie jedoch ohne weiteres Kommentar zum Motto der Demo zu erklären, während die VeranstalterInnen unter anderem Motto aufrufen, ist gezielte Falschdarstellung.

    • Die Behauptung, nur “radikale” Studierende hätten mobilisiert, ist ein verkürzender Bericht, oder aber eine sehr freie Auslegung von “radikal” zwecks der Verwendung der mit “radikal” verknüpften Konnotationen. Bundesweit haben für diese Demo Bündnisse mobilisiert, von denen einige mit den Anwesenden verglichen schon fast als bürgerlich gelten müssen.
    • Du schreibst, die Reden hätten alle das Thema “Gewaltsame Räumung des besetzen Casinos” zum Thema gehabt. Obwohl viele zwar diesen Punkt erwähnt haben, haben sich nicht alle darauf bezogen.
    • Deine Darstellung verdeckt vollständig, dass jemensch den Bullen mehrfach Anlass zum Zuschlagen gegeben hat, auf den sie nur gewartet haben (es sind mehrfach Knallkörper geflogen). In deiner Darstellung scheint es, als hätten die komplett unmotiviert reingehauen – wobei du genauso wenig offenlegst, dass es glücklicherweise nicht viele Verletzte gab, sondern stattdessen undifferenziert von der “Menge” sprichst. Es ist auch durchaus unter Erwähnung der Tatsache, dass die Bullen leider tatsächlich einen Startschuss von irgendwelchen Idioten bekommen haben, möglich, darauf hinzuweisen, dass die Reaktion der Bullen eskalativ, reaktionär und vollkommen maßlos war.
    • Auch behauptest du, die Bullen hätten die Demo von Beginn an im Wanderkessel eskortiert. De facto haben sie den Kessel jedoch erst zugezogen, als die ersten Böller geflogen sind und die ersten Bengalen gebrannt haben. Vorher waren sie zwar auch allgegenwärtig, ließen jedoch nach außen noch Platz und engten die Demonstrierenden nicht so stark ein, wie es später der Fall war. Dein Bericht ist jedoch gänzlich statisch und berücksichtigt den Verlauf und die Entwicklung auf der der Demo nicht.
    • Auch der Fazit übertreibt grob oder muss erneut sehr frei ausgelegt werden: “Der postfaschistische deutsche Staat unternimmt alles mögliche, um die Studierendenbewegung zu unterdrücken.” Einerseits ist es notwendig, “alles mögliche” hier als “alles im Staate Deutschland legales” auszulegen (denn möglich ist noch viel, viel mehr) um die Darstellung noch einigermaßen angemessen erscheinen zu lassen, andererseits wird hier der Fokus einseitig auf die Bullen als Staatsorgan gelegt. Die überwiegend reaktionäre Presse beispielsweise, die wiederholt ein nicht minder einseitiges Bild als du hier liefert, ist jedoch ebenfalls zu nicht geringem Teil dafür verantwortlich, dass unsere Botschaft nicht ihr Ziel erreicht, genauso aber auch die Deppen, die reaktionäre Klischees von antikapitalistischen Demos bedienen und die passenden Bilder liefern, die unser Anliegen in den Augen der AdressatInnen weiter kriminalisieren. Dass es diese Deppen gab zu verschweigen, halte ich für unverantwortlich.

    Solltest du zukünftig weitere die LeserInnen so täuschende Artikel veröffentlichen, werde ich diese nicht editieren, sondern dagegen aktiv mein Veto einlegen, d.h. in der Praxis den Artikel in die Moderation verschieben, bis es einen Konsens über die Form der Veröffentlichung gibt. Ich kann es zwar in einem gewissen Rahmen verstehen, wenn du dein “geistiges Eigentum” unangetastet sehen willst, genauso möchte ich dir hier aber auch klar zu verstehen geben, dass ich für meinen Teil ganz entschieden was gegen eine propagandistische und einseitige Darstellung habe, wie sie der Artikel bietet und darin die (auch an der Eskalation) Beteiligten zu Märtyrern stilisiert. Er suggeriert einerseits, es hätte sich um eine rein antikapitalistische und anfaschistische Demo gehandelt, und andererseits, dass die Bullen diese ohne Anlass (ob der nun gerechtfertigt sein mag oder nicht) und umfassend angegriffen hätten – und das ist schlicht falsch. Versteh mich nicht falsch: Ich befürworte die bekannte Polizeigewalt und -willkür genausowenig wie irgendjemensch sonst, aber kann es einfach nicht ab, wenn versucht wird, die Scheiße so hinzubiegen, als hätte nicht irgendwer versucht, den Bullen den Anlass dazu zu geben, auf den sie nur gewartet haben.

    Zumal eine nach einem Skandal schreiende Art und Weise der Darstellung noch mehr von den Inhalten ablenkt, die auch auf eskalierenden Demos schon zu kurz kommen – das ganze Interesse liegt dann sehr oft und deutlich auf der übermächtigen Bullerei, die eigentliche Botschaft geht verloren. Schade halt, weil die Bullen es sich selbst schon herausnehmen können, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, die Ihnen nicht zusteht. Dann auch noch auf nach die Demoteilnehmer in ihrer Betroffenheit von der Polizeigewalt zu verherrlichen, verschiebt den Fokus immer weiter von den eigentlichen Inhalten weg.

    Ganz ungeachtet davon heißt das nicht, dass ich dir damit endgültig ans Bein pissen will, ich würde mich nach wie vor auf Beiträge von dir freuen; einzig die Art und Weise der Veröffentlichung muss irgendwie so geregelt sein, dass es da nicht andauernd aneckt.

  7. Hi Marcel, and thank you for this english covering of this event. Was this article written by you or copied from another source? In the first case, i would be glad to read more english articles from you in the future! :) Have a glance at the current draft for a new and more newspaper-like website of the AK Protest.

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