Am Mittwoch, den 27.1., fand in der Alten Mensa auf Initiative des AStA und des AK Protest hin die erste in einer Reihe von Diskussionsveranstaltungen statt, die der wirksamen Vermittlung studentischer Probleme an Präsidium und Verwaltung dienen sollen. Thema der Diskussion war das wohlbekannte und vielgehasste Studienverwaltungssystem JOGUStINe (Johannes-Gutenberg-Universität-Studierenden-Informations-Net), das sowohl bei den Studierenden, als auch Dozierenden durch seine bevormundenden Regularien, seiner schlechten Benutzerfreundlichkeit und seine wiederholten Datenbankfehler einen unrühmliche Platz im universitären Alltag eingenommen hat.
Die Liste der Probleme und Restriktionen, die mit JOGUStINe eingeführt wurden, ist lang: So ist es den Studierenden seit der Einführung von JOGUStINe nicht mehr möglich, Lehrveranstaltung einfach zu besuchen, und sich dort für einen Scheinerwerb zu entscheiden; stattdessen ist mit dem neuen Verwaltungssystem eine vorherige Anmeldung innerhalb einer fest gesteckten Frist erforderlich, die weit vor Beginn des entsprechenden Semesters liegt. So ist für viele oft noch während der Anmeldung ungewiss, ob sie überhaupt die mitunter qualifizierenden Prüfungen aus dem vorherigen Semester bestanden haben. Hinzu kommt die Diskriminierung derer, die von einer für den Scheinerwerb angemeldeten Veranstaltung zurücktreten, wofür es im persönlichen Studien- und Lebensverlauf viele Gründe geben kann: Von Schwierigkeiten wie krankheitsbedingtem Ausfall, der mit großen Lerneinbußen verbunden sein kann, über veränderte Studieninteressen bis hin zu zeitaufwendigem ehrenamtlichem oder politischem Engagement. Die Betroffenen werden in Konsequenz bei einem abermaligen Besuch der gleichen Veranstaltung, was für die strengen und einengenden Studienordnungen unterworfenen Bachelorstudierenden oftmals obligatorisch ist, mit niedrigster Priorität zugelassen – bei den mit JOGUStINe vermehrt eingeführten Beschränkungen der Teilnehmendenzahlen in Reaktion auf die aus der Unterfinanzierung erwachsenen Engpässe ein großes und ernstzunehmendes Hindernis. Im schlimmsten Falle kann es Studierenden so passieren, im laut Bildungsministerin Ahnen “studiengebührenfreien” Rheinlandpfalz noch mit den nicht unerheblichen Studiengebühren für Langzeitstudierende belastet zu werden.
Eine ganz neues Hindernis, das auch erst mit JOGUStINe in Erscheinung getreten ist, bedeutet für etliche Studierende die nunmehr fehlende Möglichkeit, fachfremde Veranstaltungen zur weitergehenden Ausbildung mit Hinblick auf einen gewünschten Beruf oder zur persönlichen, interessengemäßen Bildung und intellektuellen Bereicherung zu besuchen. Einer tatsächlichen, also selbstbestimmten und selbstgewählten Bildung mit dem Ziel der Schaffung einer kritikfähigen, autonomen und mündigen Persönlichkeit wird so der Stempel der Illegitimität aufgedrückt und ihr aktiv entgegengewirkt. Dies ist jedoch kein unglücklicher Zufall, der aus der gedankenlosen und übereilten Konzipierung neuer Studienordnungen entstanden ist, sondern politisches Kalkül zwecks Verbilligung der Ware StudentIn. Der entsprechende Erlass erging hier von Ministerin Ahnen selbst, wie Herr Einig, Leiter der Abteilung Studium und Lehre, im Gespräch mitteilte.
Doch nicht nur die Studierenden haben allen Grund, dem System JOGUStINe mit Skepsis bis offener Ablehnung gegenüber zu stehen. Auch die Dozierenden sind von den Steinen, die ihnen die Verwaltungssoftware immer wieder in den Weg wirft, betroffen, in der Regel dann, wenn Studierende nicht zu der Veranstaltung zugelassen werden, die sie besuchen wollten. Dies geschieht oft schon durch einen schlichten Datenbankfehler: In der Vergangenheit kam es schon mehrfach zu Vorfällen, bei denen für Studierende auf rätselhafte Art und Weise die Zulassungen zu sämtlichen, bereits angemeldeten Veranstaltungen aus dem System verschwunden sind. Die Arbeit, die Betreffenden wieder einzutragen, verbleibt oft bei den Dozierenden. Ähnlich verhält es sich, wenn sie von Studierenden gebeten werden, sie im Nachhinein für Veranstaltungen zu registrieren, in denen noch Plätze frei geworden sind. Eine weitere Bürokratisierung und Formalisierung ihrer Arbeit erfahrene Dozierenden aber auch durch die hinzugekommenen Formalia für die Registrierung einer Lehrveranstaltung im System.
Nicht zuletzt aber stellt auch der Datenschutz, dessen Gewährleistung bis jetzt nirgendwo nachvollziehbar ist, ein erhebliches Problem der zentralen Studienverwaltungssoftware dar, die die hungrig verschlungenen Informationen über Studierende und die von ihnen erbrachten Leistungen mitunter 60 Jahre vorrätig hält. Zu vergangenen Datenskandalen, wie dem Diebstahl von Millionen von Benutzerprofilen bei StudiVZ oder dem Verkauf von Benutzer- und Kundendaten, die zuvor gestohlen wurden, wie es bei der Telekom der Fall war, kam es bereits immer wieder und immer dort, wo große Mengen von Daten zentral abrufbar waren. Die weitaus größere Gefahr stellen dabei jedoch nicht Hacker dar, vor denen man sich hinter Firewalls und mehr oder weniger ausgeklügelter Software sicher wähnt, sondern interne MitarbeiterInnen, die im Rahmen ihrer Tätigkeiten an zentraler Stelle Zugriff auf die jeweiligen Daten haben. Die illegale Herausgabe von Daten kann jedoch auch durch das Präsidium selbst veranlasst werden: Im Zuge einer Rasterfahndung gegen mutmaßliche “Terroristinnen”, die das BKA im Jahr 2001 nach den Anschlägen vom 11. September durchführte, stellte der damalige Präsident der Mainzer Universität der Polizei sämtliche Studierendendaten bedenkenlos zur Verfügung. Zu spät stellte ein Gericht fest, dass ein solcher Kuhhandel mit Daten ohne jeden Verdachtsmoment gegen die Betroffenen absolut unverhältnismäßig und unzulässig ist.
Schließlich bereitet JOGUStINe aber auch dort Kopfzerbrechen, wo solches am schnellsten und unmittelbarsten störend wird: Auf der Benutzeroberfläche. Eine fehlende Suchfunktion, ein nur mäßig übersichtliches Layout, irreführende Angaben, nichtkommentierte Auswahlmöglichkeiten oder die bis jetzt noch vermisste Funktion des Ausdruckens von Stundenplänen machen die alltägliche Bedienung des Systems zu einem Graus. Verbunden mit dem absoluten Zwang, JOGUStINe zu benutzen, wird die neue Studienverwaltung mit den von ihr geschaffenen Sachzwängen für die meisten Beteiligten untragbar.
Die Diskussion nun über diese nicht mehr annehmenbaren Situation, die sogar schon auf der Besetzung des Atrium Maximum begann und die Probleme schon dort in vollem Umfang thematisierte, wurde eigentlich mit der Zielsetzung begonnen, durch ein erneutes Aufzeigen der Misstände ein Problembewusstsein bei den Verantwortlichen zu schaffen und ein Umdenken dahingehend zu bewirken, dass Entscheidungen nicht mehr über die Köpfe der Betroffenen hinweg gefällt werden. Doch bald schon stellte sich heraus, dass diese Hoffnung wohl zu hoch gesteckt war – so hoch, dass es angesichts des tatsächlichen Gesprächsverlaufs geradezu utopisch erschien, in dieser Diskursform tatsächlich jemals etwas zu bewegen.
Prägend für den Gesprächsverlauf war eine Resignation und Missmut verbreitenden Behandlung der Anwesenden Studierenden von oben herab – die Gäste aus Präsidium und Verwaltung machten nur allzu deutlich, wer der Versammelten die höheren Machtprivilegien genießt. Dies zeigte sich explizit in der herablassenden Reaktion auf das Verlangen der Studierenden nach einem freien Studium, dass sich gerade eben nicht in den engen und absurd bürokratischen Bahnen bewegt, die die neu geschaffene Verwaltungssoftware in den studentischien Alltag hinein manifestiert. Statt dieses Verlangen ernst zu nehmen und ihm Gehör zu schenken, wurden jedoch seitens der Anwesenden aus Verwaltung und Präsidium wiederholt und zunehmends plumper werdende Versuche unternommen, die Forderungen der Studierenden als illegitim, realitätsfern oder sogar als aus purer Ignoranz entsprungen darzustellen. Dabei sollte der Unmündigkeitsapparat, den JOGUStINe verkörpert, nicht nur mittels der Sachzwänge aus Raum- und Personalnot gerechtfertigt werden, deren “Bekämpfung” durch das Verwaltungssystem den Charakter eines “fairen Managements der Ungerechtigkeit” bekommt. Permanent verwies man also darüberhinaus auf die Studienordnungen, die die arme, unbescholtene JOGUStINe nur abbilden würde – als ob dies irgendetwas an der Legitimität und Dringlichkeit der Forderungen änderte! Als gingen alle Studierenden nun nach Hause, um dort im Stillen auf die Willkür der Obrigkeit zu hoffen! Im Verweis auf scheinbar unumstößliche Rechtsvorschriften sollte den Studierenden wohl der Eindruck verschafft werden, das die neue Mühsal, die ihren seit der Bolognareform ohnehin kaum noch tragbaren Studienverlauf begleitet, eine Art von Naturkatastrophe oder höheren Übels ist, die sich nur in der irdischen Instanz “JOGUStINe” manifestiert und nicht abwenden lässt.
Wie es überhaupt zur Einführung der neuen Studienordnungen kam, ist nunmehr kein großes Rätsel: Die allgegenwärtige Knappheit an Räumen, Dozierenden, Verwaltungspersonal und freien finanziellen Mitteln führt zu den Engpässen, denen JOGUStINe und die neuen Studienordnungen auf verdeckende Art und Weise entgegenwirken sollen; dergestalt verdeckend, als dass die begründende Verweisung auf die gesetzliche Vorschriften die neue Verwaltung als deren Produkt und nicht als Resultat einer mangelnden Bereitschaft zur Ausfinanzierung des Bildungswesens erscheinen lassen soll. Das Problem sollte also theoretisch auf eine neue Instanz verlagert werden, die Kraft der ihr vermeinten Autorität ihrer Kritisierbarkeit enthoben werden soll. Dies ließen die im Gespräch beteiligten Kammrath, Einig und Krausch mehr als deutlich werden. Nun noch daran glauben zu wollen, dass die konkrete Ausgestaltung des digitalen Verwaltungsapparats ein Zufall ist, kommt blanker Naivität gleich. Nicht die fehlende Kommunikation zwischen Studierenden und faktischen EntscheidungsträgerInnen, nicht eine Unkenntnis vom tatsächlichen Verlauf eines Studiums oder die Unwissenheit über studentische Interessen haben zu dem derzeitigen status quo geführt, sondern eine Modellbildung, die wohlüberlegt und in bestem Wissen um die nun nicht mehr gegebene Möglichkeit eines freien und selbstbestimmten Studium an einem solchen vorbeisteuert.
Der Alltag der Studierenden wird folglich bewusst nicht in in den Studienordnungen wiedergegeben, sondern es werden unter Ausschluss der Studierenden normative Vorschriften zur Bestimmung derer Alltags gefasst, und danach die Durchsetzung jener mittels des Studienverwaltungssystems erzwungen. JOGUStINe erfüllt dabei die Aufgabe einer Pressformungsmaschinerie; sie hat den Zweck, eine Form von Studium, die sich nicht den neoliberalen Vorstellungen von allgegenwärtiger Effizienz und Wirtschaftlichkeit in allen Lebensbereichen unterordnen lassen will, mit aller Gewalt hin zu einer wirtschaftlich verwertbaren Form zu biegen. Diese Schema fügt sich bestens in die Forderungen nach einem besseren “Managment” der Hochschule ein, die nicht nur RCDS oder die liberale Hochschulgruppe vortragen: Bei dieser “Betriebsform” soll durch den weiteren Aufbau von Hierarchien und die Abschaffung demokratischer Gremien zwecks Beschleunigung von Entscheidungsabläufen eine Gewinnsteigerung erzielt werden. In diesem Sinne hat die Universität als Bildungsstätte nicht finanziert zu werden, sondern sich vielmehr selbst zu tragen; die Unterfinanzierung muss also als “Leistungsanreiz” interpretiert werden.
Seltsamerweise war und ist aber auch Herr Präsident Krausch sehr schnell bei der Sache, wenn es darum geht, diese Finanznot händeringend zu beklagen. Er unternimmt diesbezüglich jedoch relativ wenig, im Gegenteil: Statt seine politische Mache etwa gegen die Art und Weise von Politik und gesellschaftlichem Diskurs zu wenden, mit der Bildung derzeit ver- und gehandelt wird, bekennt er sich hinter den Kulissen zu einem treuen Jünger der zeitgenössischsten Form des Kapitalismus, die da Neoliberalismus heißt, und ruft, ganz im Stil eines Großunternehmers eine neue und großartige “Corporate Identity” aus, im Glanz derer Design die Universität fortan erstrahlen und daran ihr Profil schärfen soll. Wenigstens wird dann auch die hiesige Hochschule mit wehenden Fahnen in den ruinösen Wettbewerb einziehen, der ja fortan im gesamten Bildungswesen herrschen soll. In diesem scheinbaren Widerspruch wird jedoch deutlich, dass es Herrn Krausch nie um einen Diskurs mit den Studierenden oder die Vertretung der Interessen einer freien Bildung gegangen ist; so bleibt die zur Schau gestellte Sorge um die Finanzlage nicht mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis.
Es hat sich also gezeigt, dass die gewählte Form des Diskurses nicht fähig ist, Einsicht oder gar Änderungen zu bewirken, da sie dem Präsidium keinen Anreiz oder Zwang zur Handlung gibt. Die Autoritäten in diesem Konflikt verbleiben in ihren Machtpositionen; und solange diese nicht angegriffen werden und die Entscheidungsgewalt in die Hand aller BildungsträgerInnen gelegt wird, besteht auch keine Hoffnung auf Besserung.






Hey, da stimme ich dir sogar ziemlich zu. Bezüglich deines vorherigen Posts: Ich teile deine Bedenken. Auch das Problem der Einladung zur Emanzipation von den mitunter wirklich sehr beklagenswerten Verhältnissen ist uns gerade in der Zeit der Besetzung bewusst geworden; ein adäquate Lösung dafür gibt es bis dato leider noch nicht. Die Idee, Aufrufe zur Beteiligung wesentlich konkreter zu formulieren kam mir auch schon, doch ist selbst leider nie konkret geworden.
Vielleicht auch deshalb, weil wir bis jetzt allesamt “Mädchen für alles” sind … keineR hat bisher eine wirklich spezifische Aufgabe.
: Wir suchen noch AutorInnen für die Homepage und für ein Dossier. Die Homepage ist bis jetzt halbwegs gut besucht und könnte mit viel mehr Inhalt gefüttert werden. Ein Redesign auf das Format eines Nachrichtenportals ist bereits in der Mache. Das Dossier wiederum soll eine Zusammenstellung aus gut belegten und kritischen Artikeln bezüglich verschiedener Themen wie z.B. eine (vielleicht ideen- und wirkungsgeschichtliche?) Zusammenfassung der Bolognareform sein. Der Themenkatalog ist dabei noch offen, und selbst von den bisherigen Vorschlägen warten einige noch auf eineN AutorIn.
Eine dennoch sehr konkrete Idee, die nur noch baldestmöglich umgesetzt werden muss, ist tatsächlich die einer Petition, genauer eine für den Austritt der Uni Mainz aus dem CHE, was ein kleiner, aber dennoch symbolträchtiger Schwenk in die richtige Richtung wäre.
Und noch was konkretes
Wie darf ich das verstehen? Sollte es so gemeint sein, wie ich es auffasse, setze ich dagegen:
Es ist sinnvoll von der Realität auszugehen und ihre Möglichkeiten entwickeln helfen, nicht sinnvoll ist es, von den eigenen zudem wohl noch eher wolkig unklaren Wunschvorstellungen auszugehen und an der Realität zu scheitern. Deshalb ist es zuerst erforderlich, die Realität adäquat zu erfassen.
Meine Meinung über den Sozialismus hat damit rein gar nichts zu tun,
Sozialismus, pff! Halbgarer Mist!
Oh oh. Genau so etwas hatte ich befürchtet, deshalb wollte ich den revolutionären Elan ein bisschen provozieren ^^ Nein, ernsthaft. Die Zustände bessern sich ja nicht von alleine, nicht wahr? Ich habe ja nun zu meiner Schande nicht mehr gemacht, als auf der Demo zur Masse beizutragen und immer interessiert eure Seite hier zu lesen und kann das ganze also nur aus der Distanz verfolgen.
Hauptproblem der ganzen Sache scheint mir ja zu sein, dass insgesamt zu wenig Leute involviert waren. Eben dadurch wenig Druck. Ich weiß nun auch nicht, wie man das ändern kann. Es ist aber doch so, dass viele Leute zwar schon unter den Studienbedingungen leiden, aber nicht wissen oder eher nicht glauben, dass es auch anders gehen könnte. Vielleicht wäre es angemessen, nicht eine irgendwie abstrakte Aufforderung zu stellen à la “Komm vorbei und mach mit!” – ich glaube das hat für viele wenig Attraktivität; sondern konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen; wenn auch nur erst einmal der Form: Wir suchen noch eine/n XYZ oder so; Wenn Dir dies und das stinkt, dann unterschreib die Petition Y und komm zur Demo Z.
Eben deshalb wäre es vielleicht auch erforderlich, zu erfassen, was die Studierenden eigentlich alltäglich nervt etc. und davon auszugehen. Da dürften die oh so großartigen neuen Studiengänge ja schon genug Material bieten.
Und: Seien wir ehrlich. Es wird durch den Bildungsstreik so wohl kaum eine soziale Revolution losbrechen. Das ist eben bei der ganzen Sache auch zu berücksichtigen. Und selbst wenn die gesamte Uni besetzt und als autonomes sozialistisches Wirtschaftsgebiet deklariert wäre, das sich vom ebenfalls besetzten Gonsenheimer Acker mit Lebensmitteln versorgen würde, oder was weiß ich; gut dann käme eben die Polizei und BILD & co würden das ihre tun, die ‘Randalierer und Chaoten’ öffentlich zu diffamieren, denen ja zudem gesamtgesellschaftlich noch das Stigma der angeblich so privilegierten Studenten anhaftet.
Vielleicht nicht zu viel auf einmal wollen…
Also ich bin ja dafür, den AK Rote Armee Fraktion zu gründen – kur: A.K.R.A.F.! Wir könnte dem Verfassungsschutz ja eine PM zukommen lassen.
(So oder so ähnlich stand das glaube ich auch mal in einem Blindtext für das Layout des Designs der neuen Seite.)
Also ich hab am vergangenen Samstag auf der Demo gehört, dass die Genossinnen und Genossen in Heidelberg die Weltrevolution für den 05.07.2023 angesetzt haben. Ist zwar noch massig Theoriearbeit zu leisten bis dahin, aber zumindest können wir jetzt beherzt mit dem Gefühl an die Sache gehen, dass es am Ende doch zu einer Befreiung der Unterdrückten von ihren Ketten kommt.
Verstehe ich das richtig, dass wir uns jetzt offen radikalisieren? Ich hätte nämlich gerne einen Codenamen vom Verfassungsschutz. Müssten wir wohl in der nächsten Sitzung ausdiskutieren, vielleicht kommt es zu einem Minimalkonsens.
Nein, die “Diskussion” hat sich tatsächlich nicht als erfolgreich erwiesen. Nicht, dass die Erwartung an das Ergebnis wesentlich höher gewesen wären, doch hätten wir uns zumindest ein Minimum mehr erhofft als eine komplette Blockade, gepaart mit dem herablassenden Appell an eine wohl erhoffte Autoritätshörigkeit. Der Fazit daraus ist wohl eindeutig: Ohne dem Präsidium gegenüber tatsächlich Druck aufbauen zu können, wird sich an der Situation nichts ändern, von ebensolchen “Meetings” ist rein gar nichts zu erwarten. Wenn du eine Idee hast – immer raus damit. :E
Wenn du dich einfach bei der Anzettelung einer sozialen Revolution beteiligen willst – hau rein! Bis zu Beginn des nächsten Semesters wird sich mit uns nicht mehr so viel tun. Wir sind viel zu wenige gegen die Resignierten oder politisch Desinteressierten, um so tatsächlich bald etwas auf die Beine stellen zu können.
Danke übrigens für deine Rückmeldung.
Uiui, sorry, das war augenzwinkernd gemeint, ich wollte niemanden beleidigen!
Mich würde nur ehrlich interessieren, wie ihr euch den Fortgang des Protests vorstellt. Denn laut Fazit und dem generellen Tenor der Entt(/-T?)äuschung, der in dem Artikel zum Ausdruck kommt, scheint ihr ja von der Zukunftsträchtigkeit dieser Diskussionsform wenig überzeugt zu sein.
Weißt du, was eine Polemik von einer schlichten Beleidigung unterscheidet? Erstere transportiert eine Aussage; nicht nur mit Wort-Gewalt, sondern auch mit Scharfsinn, Witz und Verstand; was Zweitgenannte ausmacht, spitzt du exemplarisch zu. Wenn du etwas zu sagen hast, bist du nun herzlich eingeladen, das zu tun. Weitere inhaltsleere und geistlose Anfeindungen werde ich ohne erneute Warnung zensieren, wie auch deinen ersten Beitrag, falls du nichts zu sagen hast.
Und was jetzt? Trainiert ihr jetzt endlich brav eure soft skills, Kernkompetenzen und Schlüsselqualifikationen, lernt brav auswendig und hofft dann, eure akademisch veredelte Arbeitskraft zu Markte tragen zu können? ^^