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	<title>AK ProtestGregor</title>
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	<description>Protest Open Source!</description>
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		<title>Und wer rankt eigentlich das CHE?</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Apr 2010 16:20:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Infos]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachdenkseiten]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Lieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Offenes Forum zur kritischen Diskussion des CHE-Unirankings mit Gastreferent Wolfgang Lieb (NachDenkSeiten.de) / Mittwoch, 21.4., 14.30 Uhr im Atrium Maximum (Rechte Aula &#8211; über QKaff) Ein kurzer Blick in das Uni-Ranking des ZEIT-Studienführers und schon weißt du, wo deine Wunschuni im Vergleich zur Konkurrenz steht. Eine praktische Entscheidungshilfe &#8211; doch wozu brauchen wir überhaupt so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Offenes Forum zur kritischen Diskussion des CHE-Unirankings mit Gastreferent Wolfgang Lieb (NachDenkSeiten.de) / Mittwoch, 21.4., 14.30 Uhr im Atrium Maximum (Rechte Aula &#8211; über QKaff)<br />
</strong></p>
<p>Ein kurzer Blick in das Uni-Ranking des ZEIT-Studienführers und schon weißt du, wo deine Wunschuni im Vergleich zur Konkurrenz steht. Eine praktische Entscheidungshilfe &#8211; doch wozu brauchen wir überhaupt so ein Ranking und wer gibt es in Auftrag? Die Idee dahinter: Die Ranglisten, bei denen die Unis je nach Kategorie entweder grün, orange oder rot abschneiden, dienen dazu, einen Wettbewerb zu erzeugen. Denn Wettbewerb tut allen gut und verbessert die im internationalen Vergleich notorisch hinterherhinkenden deutschen Hochschulen. So zumindest die Sichtweise des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), der Organisation, die das ZEIT-Ranking erstellt.</p>
<p>Ist dieser Ökonomisierungsgedanke aber überhaupt nützlich oder schadet er nicht eher dem gesamten Bildungswesen? Und wie sieht es mit den ideologischen Hintergründen dieses Radikalumbaus aus? Diese und andere Themen stehen zunächst im Vortrag von Nachdenkseiten-Herausgeber Wolfgang Lieb im Mittelpunkt. Allen Interessierten wird sich dabei die Möglichkeit bieten, einer der derzeit wichtigsten außerparlamentarischen Oppositionsstimmen Fragen über die derzeitige politische Lage im neoliberal geprägten Deutschland zu stellen.</p>
<p>Um 16 Uhr geht es dann zur Diskussion mit Universitätspräsident Georg Krausch über. Hier kann nun jeder sein neues Wissen einbringen, um womöglich das Präsidium sogar dazu zu drängen die Universität aus dem Hochschulranking des CHE zurückzuziehen&#8230;</p>
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		<title>Der Fetisch des Prof. K</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 18:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Humankapital]]></category>
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		<category><![CDATA[Realsatire]]></category>

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		<description><![CDATA[Universitätspräsident Georg Krausch hat es mal wieder geschafft: Gemeinhin als fähiger Rhetoriker anerkannt, schafft er es doch stets, seine Kritiker an die Wand zu reden. So auch jetzt wieder. Auslöser ist eine kurze Presseveröffentlichung auf der Homepage der Uni Mainz, die so fassungslos macht, die in jeglicher Hinsicht so falsch ist, so ablehnenswert, dass ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Universitätspräsident Georg Krausch hat es mal wieder geschafft: Gemeinhin als fähiger Rhetoriker anerkannt, schafft er es doch stets, seine Kritiker an die Wand zu reden. So auch jetzt wieder. Auslöser ist <a title="Pressegeschmotter" href="http://www.uni-mainz.de/presse/32458.php" target="_blank">eine kurze Presseveröffentlichung auf der Homepage der Uni Mainz</a>, die so fassungslos macht, die in jeglicher Hinsicht so falsch ist, so ablehnenswert, dass ich zuerst gar nicht wusste, <em>wie</em> ich sie kritiseren sollte.</p>
<p>Ich habe mehrere Ideen in meinem Kopf durchgespielt: Sollte ich den Text Stück für Stück auseinandernehmen? Oder stattdessen eine Satire darauf schreiben? Dann die Erleuchtung: Da der Text selber ja schon Realsatire vom Allerschmerzhaftesten ist, lasse ich ihn einfach<strong> ungekürzt</strong> für sich sprechen. &#8220;Enjoy&#8221;:</p>
<p><span id="more-2311"></span></p>
<blockquote>
<h4>Das neue Corporate Design der Johannes Gutenberg-Universität Mainz</h4>
<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren,<br />
liebe Kolleginnen und Kollegen,</p>
<p>Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz ist in ihrer Vielfalt und Interdisziplinarität einzigartig. Unser Leitbild beschreibt dieses unverwechselbare Profil. Unser Strategiekonzept übersetzt es in konkrete strategische Ziele. Unser Name und Logo symbolisieren es im Sinne einer Marke. Durch sie entsteht ein wertvolles Vertrauenskapital, das als Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern dient. Aber auch die interne Kommunikation kann durch ein solches &#8220;Corporate Design&#8221; beflügelt werden: Schließlich meint &#8220;Corporate Identity&#8221; auch das Selbstbild einer Institution.</p>
<p>Die Universitäten treten immer mehr in einen Wettbewerb untereinander ein &#8211; einen Wettbewerb um die besten Studierenden, die besten Wissenschaftler, um Drittmittel etc. Um sich hier international behaupten zu können, ist ein durchgängiges und unverwechselbares Erscheinungsbild für eine Universität unerlässlich. Gleichzeitig besteht aber auch der Wunsch und die Notwendigkeit für eine differenzierte Darstellung unterschiedlicher Bereiche unter einer &#8220;Dachmarke&#8221; &#8211; ganz besonders bei einer Hochschule wie der JGU.</p>
<p>Das JGU Corporate Design legt Standards für ein einheitliches Erscheinungsbild fest. Es lässt aber auch genügend Freiräume für das kreative Gestalten von Layouts und die individuelle Note von einzelnen Teilbereichen wie zum Beispiel Fakultäten oder Zentren an unserer Universität. Informationen dazu, wie sich die Johannes Gutenberg-Universität nach außen darstellt, finden Sie in der <a title="Präsentation des Corporate Design" href="http://www.uni-mainz.de/downloads/100110_CD_Praesentation.pdf" target="_blank">Präsentation des Corporate Designs</a>.</p>
<p>Nutzen Sie das Corporate Design, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und damit das Profil der JGU zu schärfen. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Neugestaltung auch ein Stück weit dazu beitragen kann, dass Sie, dass wir uns auf unserem Campus und darüber hinaus als eine Universität fühlen &#8211; ganz nach dem Leitspruch der JGU, der auch auf der Fassade der Alten Mensa zu finden ist: &#8220;Ut omnes unum sint&#8221; &#8211; &#8220;Dass alle eins seien&#8221;. Dabei ging es den Gründern nicht nur um die Einheit, sondern stets auch um die Vielfalt dieser Universität. Eine einheitliche Selbstdarstellung wird so zur lebendigen Aufgabe, die überall da Wirkung entfaltet, wo die Universität optisch in Erscheinung tritt &#8211; von der Visitenkarte über den Briefbogen bis hin zu Postern oder Broschüren. Begeben wir uns also gemeinsam auf einen Weg, das Profil der JGU Mainz ein Stück weiter zu entwickeln. Ich freue mich darauf!</p>
<p>Es grüßt Sie herzlich<br />
Ihr</p>
<p><img class="no-border" src="http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/Unterschrift_Krausch.jpg" alt="Bild ohne Titel" width="150" height="63" /></p>
<p>Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch<br />
Universitätspräsident</p></blockquote>
<p>Chapeau!</p>
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		<title>Wolfgang Lieb: Keine Verbesserungen durch Bologna</title>
		<link>http://mainz.akprotest.de/2009/12/wolfgang-lieb-keine-verbesserungen-durch-bologna/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 18:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Infos]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bertelsmann]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna]]></category>
		<category><![CDATA[CHE]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Lieb]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem, ja, ich wage es zu sagen, exzellenten Artikel auf den NachDenkSeiten.de analysiert Wolfgang Lieb (SPD), ehem. Wissenschaftsstaatssekretär in NRW, das Scheitern des gesamten Bologna-Prozesses. Dabei deckt er auch die durch die Politik und v.a. die wirtschaftsliberale Bertelsmann-Stiftung geschaffenen Sachzwänge innerhalb des deutschen Hochschulwesens auf und warnt insgesamt vor einer Entwicklung der Hochschullandschaft hin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem, ja, ich wage es zu sagen, <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4429"><em>exzellenten </em>Artikel</a> auf den NachDenkSeiten.de analysiert Wolfgang Lieb (SPD), ehem. Wissenschaftsstaatssekretär in NRW, das Scheitern des gesamten Bologna-Prozesses. Dabei deckt er auch die durch die Politik und v.a. die wirtschaftsliberale Bertelsmann-Stiftung geschaffenen Sachzwänge innerhalb des deutschen Hochschulwesens auf und warnt insgesamt vor einer Entwicklung der Hochschullandschaft hin zum amerikanischen System, denn bisher, so Lieb,</p>
<blockquote><p>&#8220;war zumindest die Ausbildungsqualität aller Universitäten so gleichmäßig hoch, dass es für das berufliche Fortkommen der Absolventen unerheblich war, an welcher von ihnen er seinen Abschluss gemacht hatte. Dies wird sich nach dem Willen der Politik nicht mehr lange so durchhalten lassen, und damit wäre dann eine der letzten verbliebenen Errungenschaften der großen Bildungsreform der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts dahin. Dann wird es eine kleine Anzahl von besonders privilegierten Hochschulen geben, die mit hohen Studiengebühren dafür sorgen, dass sich kein unterprivilegierter Student dorthin verirrt, eine Reihe von Hochschulen, die vor allem dazu dienen, die erforderlichen akademisch ausgebildeten Dienstleister für die umliegende Region bereitzustellen, und schließlich eine tief gestaffelte Reihe von Bildungsinstituten, die aufgrund mangelnder Mittelausstattung täglich um ihr Überleben kämpfen müssen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Den gesamten Artikel gibt es <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4429">hier</a> zu lesen.<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Totalboykott des CHE-Rankings – Uni Bonn nun des Todes?</title>
		<link>http://mainz.akprotest.de/2009/12/totalboykott-des-che-rankings-in-bonn/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 21:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Boykott]]></category>
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		<category><![CDATA[Neoliberale Saftsäcke]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Bonn]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, will sich die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur Gänze aus dem Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zurückziehen. Andreas Archut, Sprecher der Uni Bonn, erklärte, die Universität wehre sich „gegen die pauschale Ampel“. Gemeint ist damit das undurchschaubare, in seinen Ergebnissen stark simplifizierende Ranking, wonach in mehreren Kategorien die Universitäten die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2130660_Kritik-am-CHE-Hochschulranking-Uni-Bonn-will-nicht-mehr-beurteilt-werden.html">Frankfurter Rundschau berichtet</a>, will sich die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur Gänze aus dem Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) zurückziehen. Andreas Archut, Sprecher der Uni Bonn, erklärte, die Universität wehre sich „gegen die pauschale Ampel“. Gemeint ist damit das undurchschaubare, in seinen Ergebnissen stark simplifizierende Ranking, wonach in mehreren Kategorien die Universitäten die „Noten“ Rot, Gelb oder Grün erhalten. Das CHE steht bereits seit längerem in der Kritik, der Lobbyarm der Hochrektorenkonferenz (HRK) sowie der Bertelsmann-Stiftung zu sein und die schleichende Ökonomisierung der deutschen Hochschullandschaft propagandistisch voranzutreiben. Darum ist eine Forderung der streikenden Studierenden der Komplettrückzug der Universität Mainz aus dem Ranking.</p>
<p>Universitätspräsident Georg Krausch wies diese Forderung <a href="http://mainz.akprotest.de/2009/11/protokoll-vom-18-11-2009/">im direkten Gespräch</a> mit dem Plenum des Atrium Maximum jedoch zurück. Da durch das Ranking nun mal vollendete Tatsachen geschaffen worden seien, könne die Uni Mainz nicht alleinig diesen Schritt wagen, ohne zu riskieren, damit im Konkurrenzkampf mit anderen Hochschulen zu unterliegen und eine Vielzahl an Bewerbern an diese zu verlieren.</p>
<p>Konsequenterweise hat die Universitätsleitung in Bonn zu befürchten, einen fatalen Fehler begangen zu haben und auf dem Hochschulmarkt jetzt vermehrt den Kürzeren ziehen zu müssen, womit sie nur noch, wenn überhaupt, minderwertigere Studierende abbekommen wird. Genauso ergangen ist es nämlich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Kiel, dem Fachbereich Bildungswissenschaften der Uni Koblenz-Landau sowie mehreren Fachbereichen der Uni Siegen, die sich bereits allesamt dem Hochschulranking entziehen.<strong></strong></p>
<p><strong>Diskussionsfrage</strong>: Wenn die Korrekturfunktion meines Textverarbeitungsprogramms den Begriff „Hochschulranking“ unterringelt, heißt das dann, dass die ZEIT-Studienführer jetzt endlich den verdienten Weg in den Kachelofen finden dürfen?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>An jedem verdammten Sonntag</title>
		<link>http://mainz.akprotest.de/2009/11/an-jedem-verdammten-sonntag/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 21:39:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Dossier]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Gut, Paul Linsmaier, Landesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern, bildete vielleicht eine Ausnahme, als er uns streikenden Studierenden vorwarf, wir hätten lediglich eine „neomarxistische Umwälzung“ im Sinn. Dass uns ansonsten die rosigsten Sympathiebekundungen entgegenschwappten, angefangen von den HochschulrektorInnen über diverse WissenschaftsministerInnen bis hin zur Bundesbildungsministerin, machte uns relativ stutzig. Zumal die dann vorgeschlagenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, Paul Linsmaier, Landesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern, bildete vielleicht eine Ausnahme, als er uns streikenden Studierenden vorwarf, wir hätten lediglich eine „neomarxistische Umwälzung“ im Sinn. Dass uns ansonsten die rosigsten Sympathiebekundungen entgegenschwappten, angefangen von den HochschulrektorInnen über diverse WissenschaftsministerInnen bis hin zur Bundesbildungsministerin, machte uns relativ stutzig. Zumal die dann vorgeschlagenen Verbesserungen so ziemlich dem entgegengerichtet waren, wofür wir uns einsetzen. Statt einer sozialen Öffnung der Bildungseinrichtungen schlägt Annette Schavan (CDU) jetzt das sog. <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bildungsstreik-erreicht-hotel-adlon/">„Bildungssparen“</a> vor, das Eltern ermuntern soll, für die Bildung ihrer Kinder vorzusorgen, während der Staat nur mehr Zuschüsse bereitstellt oder die Beiträge steuerlich absetzbar macht. Eine Bafög-Erhöhung – begrüßenswert! – kommt nur, wenn die Länderchefs das von der schwarz-gelben Bundesregierung geforderte nationale Stipendienprogramm akzeptieren, das jedoch vor allem Akademikerkindern zugute kommen würde. Und überhaupt, auf unsere Proteste zu antworten, es sei „richtig, wenn die Studenten sagen, wir pochen darauf, dass das, was ihr beschlossen habt, jetzt auch tatsächlich umgesetzt wird“, wie es Schavan in der Tagesschau erklärt hatte, zeugt entweder von dreister Taktik oder glatter Blödheit (oder vielleicht beidem).</p>
<p>Ansonsten herrschte weit und breit Konsens über die dringend erforderliche Aufweichung des starr aufgebauten und völlig verschulten Bachelors, die Verbesserung der universitären Mobilität, sowie über die finanzielle Aufstockung des gesamten Bildungssektors. Würden wir jetzt also zumindest Teilerfolge vorlegen können? Sollte der Bildungsstreik gar der Startschuss für eine neugewonnene gesellschaftliche Harmoniewelle sein? Weit gefehlt! Es würde ja wirklich jede(r) Beteiligte gerne nachbessern, aber die Zuständigkeiten waren nicht so ganz geklärt. Nachdem der Rheinland-Pfälzische Wissenschaftsstaatssekretär Michael Ebling besonders die Hochschulen in der Verantwortung sah, konnte der Mainzer Universitätspräsident Georg Krausch, damit konfrontiert, nur müde kichern. Immerhin stehe doch seines Erachtens nach vor allem Kultusministerin Doris Ahnen in der Verantwortung. Beim Bund nachzufragen, das traute sich gleich gar niemand mehr, schließlich kann dieser nach der endgültigen Entkernung des Hochschulrahmengesetzes nur noch ein paar hübsche Exzellenzzertifikate ausstellen.</p>
<p>So weit die nett gemeinten Kompetenzenschiebereien. Jetzt allerdings schlagen die neoliberalen Reformkräfte mit aller propagandistischer Macht zurück. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22. November (<a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E5D3FDFB6B551407CAE552E6436B0480F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">„Krethi und Plethi an der Uni“</a>) lässt Melanie Amann ohne jegliche Erwiderung durch die <a>Gegenseite</a> gleich drei der üblichen Verdächtigen zu Wort kommen: das Ifo-Institut, das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK).<span id="more-1494"></span></p>
<p>Einleitend verkehrt Amann, die alte Satirikerin, studentische Wünsche ins Ironische, gar Absurde und legt nahe, wir „Bachelor-Sklaven“ träumten uns allesamt „zurück ins 19. Jahrhundert, zu einer ,gemeinwohlorientierten Bildung nach humanistischem Ideal&#8217;“. Denn es ist ja bekannt, dass gerade in der Restaurationszeit das Ideal der freien Entfaltung des Individuums die Präambel eines jeden Koalitionsvertrages prägte. Weiter heißt es, „(s)ie träumen vom elitären Freiraum, aber natürlich für jedermann &#8230; alles ,sozial gerecht&#8217;, versteht sich.“ Selbstredend, Frau Amann! Sie lassen dem Leser auch gar keinen anderen Schluss übrig, wenn Sie dann hinzufügen: „Dass dieser Wunsch ein bisschen paradox ist, wissen die Demonstranten wohl auch.“ Ganz anscheinend.</p>
<p>Vielleicht ist es dann Amanns schlechtes Gewissen ob ihres vorangegangenen Zynismus, denn auf einmal wird sie mitfühlend, wenn sie den Studierenden anbietet, sie „doch mehr an die Hand (zu) nehmen“. Das Problem an diesem Angebot ist, dass nun wirklich jede(r) in der Kindheit beigebracht bekommen hat, nicht mit wildfremden FAS-Redakteuren mitzugehen. Zumal Amann uns in der Folge mit Geldversprechen locken möchte, wenn sie die zweifelsohne ideologiefreien Befunde des Ifo-Forschers Ludger Wößmann anführt, der ausgerechnet hat, dass das „Gehalt eines Universitäts-Absolventen &#8230; um mehr als die Hälfte höher (ist) als das eines Berufstätigen mit Lehre“. Ein Schelm, wer darin eine Rechtfertigung für kreditfinanzierte Privatinvestitionen in das eigene Humankapital herausliest. Wößmann weiter: „Wir können das Reservoir der Studenten in jedem Jahrgang problemlos um zehn bis 20 Prozent vergrößern, ohne dass die Bildungsrendite sinkt.“ Oder so. Wie kommen wir wildgewordenes Studierendenpack im Angesichte solchen analytischen Scharfblicks auch nur auf die Idee, zu glauben, Bildung würde als Ware angesehen werden.</p>
<p>Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, verleiht dem Artikel im Anschluss den dringlich vermissten Schuss blanker Willkür: „Je nach Bundesland gibt es bis zu 20 Prozent Abiturienten, an deren Studierfähigkeit man getrost zweifeln darf.“ Kein Wunder also, dass dieser, wie gesagt, willkürlich bestimmten Masse, das streng modularisierte System wie ein Segen vorkommen sollte. Denn „(s)elbst wenn man annimmt, dass die neuen Studenten alle gleich geeignet sind, lernen sie trotzdem anders, brauchen andere Methoden, mehr Struktur, mehr Anleitung“, findet Amann und lässt daraufhin Christian Berthold von CHE Consult („einer Beratungsgesellschaft für Hochschulen“) zu Wort kommen: „Das strukturierte und verschultere System bietet &#8230; viele Gestaltungsoptionen. In einer Massenhochschule ist eine straffere Struktur der Studiengänge unerlässlich.“ Auch hier möchte man einen Schelm darin erkennen, wer meint, das CHE sei als Lobbyorganisation und Sprachrohr der Bertelsmann-Stiftung sowie der HRK gänzlich neutral in seiner Beratungstätigkeit. Die Nicht-Schelme unter uns jedoch echauffieren sich hingegen über Amanns selektiven Zitierstil. Oder aber sie haben sich einfach noch nicht richtig „in Credit Points und Module hereingefuchst“, denn wer das geschafft hat, „dem biete das System Freiraum und Flexibilität“. Der Bildungsstreik also nichts weiter als ein gewaltiger Irrtum unsererseits? Immerhin „brechen (Bachelor-Studenten) im Durchschnitt seltener ihr Studium ab als ihre Vorgänger im Diplom- und Magisterstudium“, so der Befund des Hochschulinformationssystem (HIS), der als nächstes zitiert wird. Ein Blick in die der antikapitalistischen Auswüchse garantiert unverdächtigen Financial Times Deutschland vom 18.11.2009 allerdings hätte Amann ein ernüchternderes Bild vor Augen geführt, denn der Artikel <a href="http://www.ftd.de/wissen/mensch/:studentenproteste-zu-viel-stress-zu-wenig-geld/50039335.html">„Zu viel Stress, zu wenig Geld“</a> beweist, dass der Bachelor „(s)chlecht funktioniert &#8230; in den Ingenieurswissenschaften, wo die Zahl der Abbrecher dramatisch gestiegen ist“. Dabei hatte Rosinenpickerei doch mehr was für Hartz IV-Empfänger sein sollen als für distinguierte FAS-Redakteure &#8230;</p>
<p>Mit dem versammelten Establishment im Rücken, im Folgenden unter dem Chiffre HRK angeführt, wähnt sich Amann allerdings in guter Gesellschaft. Jan Rathjen, Bereichsleiter für Bildung in der HRK, sieht nämlich „(m)angelnde Orientierung im Studium (als einen) wesentliche(n) Grund für die hohe Abbrecherquote. Die Gliederung des Studiums in Module gibt mehr Halt. Die Studenten können Ziele und Sinn der Lerneinheiten besser nachvollziehen.“ Wenn ihnen die Zeit dafür bleibt zwischen all den Studienleistungen, die sie zu erbringen haben. Denn dem nun geschaffenen „Bulimie-Studium“ hätte man statt dessen erst einmal eine bessere Finanzierung des Hochschulsystems entgegensetzen können. Damit hätte man auch die Universitäten mit mehr Lehrkräften, mehr Lehrmaterial, mehr Lehrräumlichkeiten ausstatten und folglich auch Zugangsschranken außer Kraft setzen können. Nun mit massivster propagandistischer Macht zu versuchen, die überstürzte Einführung der Reformvorschläge, die an einem einzigen Tag zu Papier gebracht worden waren, zu verteidigen, ist eher das unkonstruktive Element in dieser Debatte. Denn stimmten all diese Behauptungen auch tatsächlich, sähen die Studierenden gar keinen Anlass zu streiken.</p>
<p>Oder sind wir etwa Masochisten? Denn zum Abschluss des Artikels wird die kühnste Behauptung aufgestellt: „Bachelors seien ,ein bisschen&#8217;, die Master-Studierenden ,deutlich zufriedener&#8217; als Kommilitonen im alten System“, wie das HIS herausgefunden haben will. Woraufhin Amann zu guter Letzt bemerkt: „Vielleicht müsste man das den Bachelor-Sklaven einmal sagen.“ Schade, dass Volker Koscielny, psychologischer Berater der zentralen Studienberatung der Universität Münster, in diesem Artikel nicht zu Wort kommt. Seiner fachlichen Ansicht nach, sei die hohe Anzahl der Prüfungen übertrieben, viele Bachelor-Studierende litten darüberhinaus unter Depressionen. „Jeder fünfte Hilfesuchende braucht neben der Beratung eine professionelle Psychotherapie.“ (Spiegel-Online, 14.02.2009) Vielleicht müsste man das den Sklaventreibern einfach einmal sagen.</p>
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